Bezirk Mödling: Geschichte
=== Vorgeschichte ===
Der Raum Mödling war, wie das östliche Niederösterreich allgemein, immer wieder Grenzgebiet zwischen verschiedenen Herrschaftsräumen. Erst mit der Zurückdrängung der Magyaren festigte sich ab 991 das Territorium langfristig. 1002 ging es als Herrschaft zwischen der Triesting und Dürren Liesing an die fränkisch-bairischen Babenbergern, bzw. Markgrafen der seit 976 bestehenden Marcha Orientalis, welche spätestens 996 als Ostarrichi bezeichnet wurde.
Während z. B. der Ort Mödling zeitweise unmittelbar Landesherrschaftlich war, stützten sich die Landesherren in der Region auf Grundherren. So wurde hier 1140 Hugo von Petronell (1080?–1142) Grundherr vom Ort Mödling und dessen Umland und begründete in Folge die Ahnenburg des Hauses Liechtenstein.
Die Region war kirchlich bis 1722 Teil der Kirchenprovinz Salzburg, und anschließend, bis heute, Teil der Kirchenprovinz Wien.
Die regionalere Verwaltung ging vom 739 gegründeten Bistum Passau aus, wobei das Stift Melk (1113/1114) und das 1133 gegründete Stift Heiligenkreuz weite Teile übernahmen, mit teilweise einem Zentrum, insbesondere während der frühen Besiedlung des Raums, in der Urpfarre (1120) und bedeutenden Mautstelle Traiskirchen. 1469 wurde das Bistum Wien (1722 Erzbistum) gegründet und löste Passau bis 1785 (Josephinischen Diözesanregulierung) zunehmend ab. Ebenfalls 1785 wurden die Dekanate eingeführt, wobei 1913 das Dekanat Mödling aus umliegenden Dekanaten geschaffen wurde. 1969 folgte das Vikariat Unter dem Wienerwald.
Den Grundherren wurde 1748 unter Maria Theresia eine Kreisverwaltung übergeordnet und 1753 das seit 1250 bekannte Viertel unter dem Wienerwald als Kreis gegründet. Nach 1848 wurde die Grundherrschaft aufgelöst und mittels Drittelung entschädigt. Daraufhin wurden die Gemeinden gestärkt und 1850 wurde aufbauend auf den Werbbezirken Justiz und Verwaltung in sogenannte (1854) gemischte Bezirksämter zusammengefasst. Schlussendlich wurden 1867/1868 die Kreise abgeschaffen und die Bezirke zur Gewaltentrennung in politische und gerichtliche Bezirke aufgeteilt neu gegründet. Die Region wurde unter den Bezirk Baden gestellt.
Der Bezirk Mödling wurde 1896 um die Gerichtsbezirke Mödling (zuvor Bezirk Baden) und Ebreichsdorf (zuvor Bezirk Wiener Neustadt) gebildet. 1904 wurden die Gemeinden Kaltenleutgeben, Perchtoldsdorf, Siebenhirten, Rodaun und Vösendorf dem Bezirk Hietzing-Umgebung angegliedert. Eine Gebietsveränderung gab es 1932, als die Gemeinden Achau und Hennersdorf vom Bezirk Bruck an der Leitha an Mödling fielen.
1938 wurde der Bezirk aufgelöst; der Gerichtsbezirk Mödling wurde nach Groß-Wien als 24. Wiener Gemeindebezirk eingemeindet, der Gerichtsbezirk Ebreichsdorf wurde zum Großteil dem Bezirk Baden zugeordnet, mit Ausnahme der Gemeinden Münchendorf (ebenfalls zum Wiener Gemeindebezirk Mödling), Gramatneusiedl, Moosbrunn, Velm (alle zum 23. Wiener Gemeindebezirk Schwechat) sowie Au am Leithaberge und Hof am Leithaberge (beide zum Bezirk Bruck an der Leitha). …