Köln: Geschichte
=== Entwicklung des Stadtnamens ===
Der Name der Stadt Köln leitet sich von ihrem lateinischen Namen Colonia Claudia Ara Agrippinensium ab. Aus Colonia entwickelte sich über Coellen, Cöllen, Cölln und Cöln der heutige Name der Stadt mit K. Im Kölner Dialekt Kölsch wird die Stadt Kölle genannt. In den meisten romanischen und einer größeren Zahl anderer Sprachen ist die lateinische Herkunft des Namens noch erkennbar (beispielsweise Italienisch und Spanisch Colonia, Portugiesisch Colônia, Katalanisch Colònia, französisch Cologne, Polnisch Kolonia, Türkisch Kolonya, arabisch كولونيا, DMG Kōlōnyā).
Der antike Name der Stadt, Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA), geht auf die römische Kaiserin Agrippina zurück: Die Gattin von Claudius wurde am Rhein geboren und ließ die Ubiersiedlung Oppidum Ubiorum im Jahre 50 n. Chr. zur Stadt erheben; die Stadtrechte wurden offiziell am 8. Juli 50 verliehen. In der Römerzeit war Köln Statthaltersitz der Provinz Germania inferior.
Im Januar 69 ließ sich hier Aulus Vitellius von den lokalen römisch-germanischen Legionen zum Kaiser ausrufen, wobei er das Schwert Gaius Iulius Caesars, das im örtlichen Marstempel aufbewahrt wurde, als Symbol für seinen Machtanspruch erhielt. Dabei legte er sich auch den Beinamen Germanicus zu. Zusammen mit Vexillationen der britannischen Legionen marschierten danach Teile der am Rhein stationierten Truppen nach Italien: Dieser Abzug bedeutender Truppenteile sollte noch im Bataveraufstand desselben Jahres eine für die Römer sehr gefährliche Situation in Germanien herbeiführen.
Römische Fundmünzen legen nahe, dass die Wasserversorgung der Stadt aus dem Vorgebirge seit etwa 30 n. Chr. bestand. Wahrscheinlich um etwa 80 n. Chr. erhielt die Stadt mit der Eifelwasserleitung einen der längsten römischen Aquädukte überhaupt.
Nach der Zerstörung des jüdischen Tempels in Jerusalem und der damit verbundenen Zerstreuung (Diaspora) der Juden ist eine Gemeinde im römischen Köln nachweisbar: Im Jahr 321 n. Chr. genehmigte Kaiser Konstantin die Aufnahme von Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Kölns in den Stadtrat (curia). Es wird angenommen, dass sich die antike Synagoge in der Nähe der Marspforte innerhalb der Stadtmauer befand. Das im Codex Theodosianus (16,8,3) überlieferte Edikt Konstantins ist das früheste dokumentierte Zeugnis für jüdisches Leben in Deutschland. …