Heimatgeschichte · Frankfurt am Main ·

Frankfurt am Main: Geschichte

Frankfurt am Main: Geschichte

=== Vor- und Frühgeschichte ===
Trotz archäologischer Funde aus der Jungsteinzeit lässt sich eine ständige Besiedelung des Domhügels und des Römerbergs, die das historische Zentrum Frankfurts bilden, erst für die römische Zeit des ausgehenden 1. Jahrhunderts nachweisen. Nahe der Furt, nach der die spätere Stadt benannt wurde, existierte wahrscheinlich ein kleines römisches Militärlager mit einer Badeanlage, das im 2. Jahrhundert durch ein Gutshaus, eine Villa rustica, ersetzt wurde. An dessen Stelle entstand in merowingischer Zeit ein fränkischer Königshof, der die Keimzelle Frankfurts war.
Darüber hinaus bestand im Norden des heutigen Stadtgebiets, in Frankfurt-Heddernheim, von der Mitte des 1. bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts die Römerstadt Nida, der Hauptort der Civitas Taunensium. Nach der Aufgabe des Obergermanisch-Raetischen Limes und der Rückverlegung der Reichsgrenze an den Rhein im Jahr 260 wurde die kleine Stadt verlassen. Aus dieser Endphase stammt ein bedeutender archäologischer Fund, der 2018 auf einem Nida zugeordneten Gräberfeld im heutigen Stadtteil Praunheim gemacht wurde: die Frankfurter Silberinschrift. Dabei handelt es sich um einen 18-zeiligen, auf eine Silberfolie gravierten, religiösen Text, der sich in einem Schutzamulett befand. Er erwähnt mehrfach Jesus Christus und ist damit eines der frühesten materiellen Zeugnise des Christentums nördlich der Alpen.

Der Name Frankfurt wurde erstmals am 22. Februar 794 in einer Urkunde Karls des Großen für das Regensburger Kloster St. Emmeram erwähnt. In dem auf Latein verfassten Dokument heißt es: „… actum super fluvium Moin in loco nuncupante Franconofurd“ – „gegeben (ausgestellt) am Flusse Main in einem Orte, genannt Frankfurt.“ Im Juni 794 versammelten sich in der fränkischen Königspfalz wichtige Kirchenvertreter des Reiches in der Synode von Frankfurt.
843 wurde Frankfurt die zeitweise wichtigste königliche Pfalz der Ostfranken und Ort von Reichstagen. 1220 schaffte Kaiser Friedrich II. das Amt des Reichsvogtes in Frankfurt ab. An die Stelle dieses Ministerialen trat der vom Kaiser eingesetzte Reichsschultheiß als Oberhaupt der sonst selbstverwalteten Bürgerschaft. Im Laufe des 13. und 14. Jahrhunderts erlangte die Stadt immer mehr Privilegien und Regalien, beispielsweise 1240 die jährliche Herbstmesse und 1330 die Frühjahrsmesse. 1266 wird der aus 42 Patriziern und zünftigen Handwerksmeistern bestehende Rat der Stadt erstmals erwähnt. Seit 1311 wählte der Rat jährlich zwei Bürgermeister als Stadtoberhäupter. Mit dem Erwerb des Schultheißenamt erreichte Frankfurt 1372 die volle Souveränität als Reichsstadt.
Die Goldene Bulle von 1356 bestätigte Frankfurt als rechtmäßige Wahlstadt der römischen Könige, nachdem hier schon seit 1147 die meisten Königswahlen stattgefunden hatten. Ab 1562 fanden die Kaiserkrönungen in Frankfurt statt, zuletzt 1792 die des Habsburgers Franz II. Der Krönungsweg, der vom Kaiserdom St. Bartholomäus über den Markt zum Römer führte, wurde zwischen 2012 und 2018 im Zuge des Dom-Römer-Projekts rekonstruiert. 1742 wurde Frankfurt gar für fast drei Jahre Residenzstadt. Da der aus dem Hause Wittelsbach stammende Kaiser Karl VII. nach seiner Krönung nicht in sein Stammland, das von habsburgischen Truppen besetzte Kurfürstentum Bayern, zurückkehren konnte, lebte er notgedrungen bis Oktober 1744 im Palais Barckhaus an der Zeil.
Mit dem Ende des Alten Reiches endete die Souveränität Frankfurts als Reichsstadt. Am 12. …

von Fremdinhalte · Regionauts

Quelle: Text: Wikipedia – „Frankfurt am Main“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0 · Foto: volkersworld, CC BY-SA 2.0 – Wikimedia Commons