Kreis Recklinghausen: Geschichte
Im Mittelalter gehörte das Gebiet um Recklinghausen, das Vest Recklinghausen, zum Kurfürstentum Köln. Von 1446 bis 1576 wurde es an die Herren von Gemen und Schaumburg-Lippe verpachtet. 1811 wurde es dem Herzogtum Berg angeschlossen.
Nach dem Wiener Kongress wurde das Vest Recklinghausen 1815 zusammen mit anderen westfälischen Gebieten dem Königreich Preußen zugeschlagen und in die Provinz Westfalen integriert. In der Folge entstanden am 25. Juli 1816 der preußische Regierungsbezirk Münster und am 10. August 1816 der Kreis Recklinghausen. Dieser umfasste das ehemalige Vest Recklinghausen, das zwischen Emscher und Lippe lag, sowie die Herrlichkeit Lembeck nördlich der Lippe mit den Kirchspielen Altschermbeck, Erle, Hervest, Holsterhausen, Lembeck, Rhade und Wulfen, die die Bürgermeistereien Lembeck und Altschermbeck bildeten und in Personalunion verwaltet wurden.
Der Kreis Recklinghausen bestand zunächst aus den folgenden Bürgermeistereien: (in Klammern die Einwohnerzahl Mitte der 1830er Jahre und 1895):
Bürgermeisterei Altschermbeck (2.474 / 2.604)
Altschermbeck (908 / 936)
Erle (761 / 760)
Holsterhausen (292 / 391)
Rhade (513 / 517)
Bürgermeisterei Bottrop (5.433 /?)
Bottrop (2.605 / 18.015*)
Kirchhellen (2.214 /?)
Osterfeld (614 / 6.622)
Bürgermeisterei Buer (7.303 / 26.726)
Buer (3583 / 16.031*)
Gladbeck (2.505 / 5.648)
Horst (535 / 3.853)
Westerholt (685 / 1.196*)
Bürgermeisterei Datteln (8.253 / 13.676)
Ahsen (674 / 604)
Datteln (3.325/5.283)
Flaesheim (397 / 564)
Henrichenburg (660 / 1.530)
Horneburg (362 / 388)
Waltrop (2.835 / 5.307)
Bürgermeisterei Dorsten (6.295 / 10.685)
Stadt Dorsten (2.406 / 4.234)
Feldmark
Kirchspiel Dorsten (Bauerschaften Altendorf und Ulfkotte) (843 / 862)
Marl (1.822 / 3.266)
Polsum (701 / 1.281)
Hamm (523 / 1042)
Bürgermeisterei Lembeck (3.321 / 4542)
Hervest (521 / 1.202)
Lembeck (1.883 / 1.929)
Wulfen (mit Deuten; 917 / 1.411)
Bürgermeisterei Recklinghausen (8.716 / 37.743)
Stadt Recklinghausen (2.433 / 20.644*)
Recklinghausen-Land (3.792 / 8.776)
Herten (950 / 4.079)
Oer (832 / 2.088)
Suderwich (699 / 1.952)
Recklinghausen und Dorsten erhielten 1837 die Preußische revidierte Städteordnung von 1831 und schieden aus den jeweiligen Bürgermeistereien aus. Der Rest der Bürgermeisterei Dorsten bildete die Bürgermeisterei Marl. Mit der Einführung der Landgemeinde-Ordnung für die Provinz Westphalen von 1841 wurden bis 1844 die Bürgermeistereien in Ämter überführt. Der Kreis Recklinghausen war danach zunächst in die beiden amtsfreien Städte Dorsten und Recklinghausen sowie neun Ämter mit insgesamt 28 amtsangehörigen Gemeinden gegliedert:
In der Folgezeit wurde die Amtseinteilung mehrfach geändert: …