Landkreis Esslingen: Geschichte
Der Landkreis Esslingen geht zurück auf das alte württembergische Oberamt Eßlingen, das 1803 nach Übergang der ehemals freien Reichsstadt Eßlingen an Württemberg errichtet wurde. Im Laufe der Geschichte wurde es mehrmals verändert. Ab 1810 gehörte es zur Landvogtei Rothenberg und ab 1818 zum Neckarkreis, der 1924 aufgelöst wurde. 1934 wurde das Oberamt in Kreis Eßlingen umbenannt, und nach dem Gesetz über die Landeseinteilung vom 24. April 1938 wurde der nunmehrige Landkreis Eßlingen zum 1. Oktober 1938 um einige Gemeinden des aufgelösten Amtsoberamts Stuttgart sowie der Kreise Schorndorf, Kirchheim unter Teck und Göppingen vergrößert.
Der Landkreis kam 1945 zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden in der Amerikanischen Besatzungszone. Nach der Bildung des Landes Baden-Württemberg 1952 gehörte der Landkreis zum Regierungsbezirk Nordwürttemberg. Am 16. Oktober 1964 genehmigte die Landesregierung die Änderung der bisherigen Schreibung in die heutige Schreibweise Landkreis Esslingen.
Bei der Kreisreform wurde der Landkreis Esslingen am 1. Januar 1973 um den Landkreis Nürtingen (ohne Grafenberg) vergrößert.
Am 1. Januar 1975 kamen noch die Stadt Leinfelden und die Gemeinde Musberg vom Landkreis Böblingen hinzu. Damit erreichte er seine heutige Ausdehnung.
Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Landkreis Esslingen noch 44 Gemeinden, darunter 13 Städte und hiervon wiederum sechs Große Kreisstädte (Esslingen am Neckar, Filderstadt, Kirchheim unter Teck, Leinfelden-Echterdingen, Nürtingen und Ostfildern). Die größte Stadt des Kreises ist Esslingen am Neckar, die kleinste Gemeinde ist Altdorf bei Nürtingen.
1980 verübten deutsche Rechtsradikale der Deutsche Aktionsgruppen einen Bombenschlag auf das Landratsamt Esslingen sowie auf das Wohnhaus des Landrats.
Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze). Die Bevölkerungsentwicklung vor 1973 beinhaltet die Summe der Einwohner auch der Gemeinden, die heute zum Kreis Esslingen gehören, früher aber anderen Verwaltungseinheiten (Oberämtern, Landkreisen) zugeordnet waren.
Mit 536.328 Einwohnern (31. Dezember 2025) steht der Landkreis Esslingen bezogen auf die Bevölkerung an siebter Stelle in Deutschland, hinter dem Rhein-Neckar-Kreis (559.097) und dem Landkreis Ludwigsburg (534.454 Einwohner).
Laut der Volkszählung 2011 waren 40,1 % der Einwohner evangelisch, 23,0 % römisch-katholisch und 37,0 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe. Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung ist seitdem jährlich um einen Prozentpunkt gesunken. Gemäß dem Zensus 2022 waren 31,5 % der Einwohner evangelisch, 19,1 % katholisch, und 49,4 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.
Laut kirchliche Statistik hat die Anzahl der Katholiken im Kreis im Jahr 2023 sich mit 3283 Personen (oder 0,6 % der Gesamtbevölkerung) verringert.