Heimatgeschichte · Emsland ·

Landkreis Emsland: Geschichte

Landkreis Emsland: Geschichte

=== Vor der Gründung ===

Die Region wurde nach der letzten Eiszeit, in der hier zunächst Jäger und Sammler lebten, etwa um 4000 v. Chr. von der Trichterbecherkultur in den Ackerbausektor Nord-Mitteleuropas einbezogen. Ab 3500 v. Chr. entstanden im Emsland über 60 Megalithanlagen und Hünengräber primär zwischen Meppen und Lastrup sowie zwischen Lingen und Freren. Weitere Fundstücke aus der Jungsteinzeit stammen aus Gebieten entlang der Ems, der Hase sowie aus dem Dreieck Freren, Lengerich und Fürstenau.
Im Emsland, zwischen den Flüssen Ems und Hunte, lag in der jüngeren Bronzezeit (ca. 1100 bis 800 v. Chr.) das Verbreitungsgebiet der sogenannten Ems-Hunte-Gruppe. Fundstücke vom Nattenberg bei Emsbüren zeigen mythologische Schiffsdarstellungen dieser Kultur. Ein weiteres prächtiges Fundstück stammt vom Heiligenberg bei Gleesen in der Nähe von Bramsche. Als Kultanlage gilt die auf dem Höhenzug Hörtel bei Leschede aus sechs Pfostendoppelreihen bestehende, 16 Meter lange und 216 Pfosten umfassende Avenue dieser Kultur. Diese Avenue kam auf einem Gräberfeld aus der Übergangszeit von der jüngeren Bronzezeit zur frühen Eisenzeit zwischen zwei Grabhügeln zum Vorschein. Aus der Eisenzeit sind ebenfalls zahlreiche Relikte überkommen.
Eine germanische Besiedlung des Emslandes ist vor der Zeitenwende anzunehmen, wobei die Germanen in verhältnismäßig kleinen Siedlungen wohnten. Das Suffix „-ing“ ist ein Hinweis auf die Besitznahme von Gebieten durch die Germanen. Dieses gilt besonders für Orte südlich von Lingen. Orte mit dem Suffix „-ing“ sind:
Lingen, Messingen, Völleringhook, Sommeringen, Estringen, Münnigbüren, Mehringen, Imming, Schardingen, Rupingberg sowie die Orte Raming, Teglingen und Wippingen, nördlich von Lingen.
Die Topografie zeigt aber auch, dass diese Orte bereits vor der germanischen Inbesitznahme besiedelt waren: Zum Beispiel befinden sich in Mehringen und in Teglingen Grabanlagen aus dem Neolithikum. Das Gebiet des ehemaligen Landkreises Hümmling zeigt ebenfalls eine durchgehende Besiedlung seit dieser Zeit, aufgrund von mehr oder weniger gut erhaltenen Hünengräbern. Dieses Gebiet wird auch Sögeler Geest genannt. Des Weiteren belegen auch zahlreiche Funde, dass der Ort Estringen bei Bramsche schon in der Steinzeit große Bedeutung gehabt haben muss. Die Herkunft dieses Ortsnamens leitet sich von den Begriffen Esch und Ting ab. Tingplätze waren bei den Germanen geheiligte religiöse Plätze, zusätzlich dienten diese Plätze als Gerichts- und Versammlungsplatz. Meppen war wahrscheinlich schon in dieser Zeit ein wichtiger germanischer Handelsort. Vom Osnabrücker Land, einer Region mit bedeutenden Eisenerzvorkommen, konnte Eisen über die Hase und die Ems nach Ostfriesland und Groningen, im Tausch mit Friesensalz, verschifft werden.
Die Germanen kannten keinen Verwaltungsstaatswesen im heutigen Sinne. Die germanischen Stämme waren ähnlich wie Personenverbandsstaaten organisiert. Die Angehörigen eines Stammes schworen ihrem Herrscher die Treue. Der „Staat“ wurde nicht über eine räumliche Ausdehnung definiert, sondern über seine Menschen und deren Stellung zum Herrscher. Deshalb waren die Reiche stark mit dem jeweiligen Herrscher verbunden, und der Tod eines Herrschers bedeutete oft auch den Untergang des Reiches. …

von Fremdinhalte · Regionauts

Quelle: Text: Wikipedia – „Landkreis Emsland“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0 · Foto: Gothe, CC BY-SA 4.0 – Wikimedia Commons