Heimatgeschichte · Siegen-Wittgenstein ·

Kreis Siegen-Wittgenstein: Geschichte

Kreis Siegen-Wittgenstein: Geschichte

=== Entstehung und Namensdebatte ===
Der Kreis Siegen-Wittgenstein entstand aufgrund des Sauerland/Paderborn-Gesetzes am 1. Januar 1975 durch Zusammenfassung der Gemeinden Bad Berleburg, Burbach, Erndtebrück, Freudenberg, Hilchenbach, Kreuztal, Laasphe, Netphen, Neunkirchen, Siegen und Wilnsdorf. Die Rechtsvorgänger, die Kreise Siegen und Wittgenstein wurden aufgelöst. Mit seiner Gründung hieß der neue Kreis noch „Kreis Siegen“. Schon im Zuge der Neugliederung hatte der Kreistag des Kreises Wittgenstein im Sommer 1973 eigentlich beschlossen, dass der neue Kreis den Namen „Siegen-Wittgenstein“ erhalten soll. Auch aufseiten des Altkreises Siegen vertrat man diesen Vorschlag. Doch der zuständige Landtag legte im Neugliederungsgesetz 1975 den Namen „Kreis Siegen“ fest, orientiert am Verwaltungssitz des Kreises. Ab Mai 1976 gab es immer wieder Initiativen, die „Siegen-Wittgenstein“ einführen wollten. Vor allem im Wittgensteiner Land äußerte die Bevölkerung ihre Unzufriedenheit und sah den Tourismus als Einnahmequelle gefährdet. 1983 hatte ein erneuter Antrag dann Erfolg: Am 20. Dezember 1983 wurde das Sauerland/Paderborn-Gesetz geändert und trat am 1. Januar 1984 in Kraft, was die Umbenennung in „Kreis Siegen-Wittgenstein“ mit sich brachte.

Das Gebiet des Kreises Siegen-Wittgenstein war bereits vor Christi Geburt von einer keltischen Urbevölkerung besiedelt. Bereits vor circa 2500 Jahren wurde durch seinen Reichtum an Eisenerz hier eine intensive Bergbau- und Eisenhüttenwirtschaft betrieben. In der keltischen Welt Westeuropas waren das Siegerland und sein östlicher Nachbar zu der Zeit daher sehr wichtig. Für die Verhüttung wurde sehr viel Holz als Brennstoff benötigt. Durch den Raubbau an den Wäldern soll nach archäologischen Forschungen das Gebiet zwischen 100 und etwa 800 n. Chr. entvölkert gewesen sein.
Erst die Franken besiedelten zur Zeit Karls des Großen das heutige Kreisgebiet erneut. Seit der Zeit herrschten im Westteil verschiedene Grafen aus dem Bereich Haiger/Dillenburg (Haus Oranien-Nassau). Diese waren eng verbunden mit den späteren Herrscherhäusern in Luxemburg und den Niederlanden. Wilhelm der Schweiger zog seine Heere zur Befreiung der Niederlande von den Spaniern auf der Ginsburg nahe Hilchenbach zusammen.
Während des Mittelalters gehörte das Siegerland zum Erzbistum Mainz und gewann wieder eine große Bedeutung als Bergrevier und in der Eisenerzeugung. Bis in die 1960er Jahre wurde der Eisenerzbergbau betrieben. Über 150 Jahre alte Stahlwerke wie die Edelstahlwerke Südwestfalen (früher Krupp Edelstahl, davor Stahlwerke Südwestfalen, davor Bremer Hütte) in Siegen-Geisweid sind noch heute in Betrieb, wenn auch mit spezielleren Produkten.
Die Siegerländer Mundart wird von Sprachforschern als nordöstlichster Teil des Moselfränkischen angesehen. Eine kulturelle Verbindung zu Westfalen, zu dem das Siegerland heute gehört, bestand nur teilweise. Heute noch erkennt man in den Wäldern die Befestigungsanlagen zwischen den Ländern der Franken und der Sachsen auf der Grenze zwischen dem Kreis Olpe und dem Kreis Siegen-Wittgenstein.
Die intensive Besiedlung des östlichen Kreisgebietes, also des Wittgensteiner Landes, setzte als Kolonisationsbewegung aus dem östlich benachbarten Hessen intensiver um 900 ein. Zuerst wurden die landwirtschaftlich günstigen Tallagen mit einzelnen Höfen oder kleinen Hofgruppen besiedelt; danach folgten bis etwa um 1000 auch die meisten der ungünstigeren, d. h. …

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Quelle: Text: Wikipedia – „Kreis Siegen-Wittgenstein“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0 · Foto: Kaiserm123, CC BY-SA 4.0 – Wikimedia Commons