Oberbergischer Kreis: Geschichte
Oberberg ist Teil des Rheinischen Schiefergebirges und liegt im Westen seines rechtsrheinischen Anteils. Seine älteste Geschichte beginnt vor knapp 400 Millionen Jahren als tropisches Flachmeer. Mehr als 50 Millionen Jahre bedeckte es das Gebiet des späteren Oberbergischen Landes.
Das Oberbergische gilt im Vergleich zur Rhein-Niederung nicht als „Altsiedlungsgebiet“. Nach Deutung der Gewässernamen wurden seit der älteren Latènezeit, der späten mitteleuropäischen Eisenzeit der Nord- und Mittelbereich des Kreisgebietes von germanischen Einwanderern aus dem Norden besiedelt. Davon zeugen germanische Bachnamen in den Einzugsgebieten der Wupper/Wipper, Agger und Wiehl. Der Hauptstrom der Siedler, welche die innerbergischen Gebiete zwischen Ruhr und Sieg nach Jahrhunderten weitgehender Siedlungsleere erschlossen, kam vom Rhein her.
Die Existenz eines Königshofes ist für das Oberbergische schriftlich dokumentiert. Nach einer im Düsseldorfer Hauptstaatsarchiv aufbewahrten Urkunde übertrug Kaiser Friedrich I. (HRR) im Jahre 1167 die „Curtis von Eckenhagen“ mit den Silbergruben und weiterem „Zubehör“ dem Kölner Erzbischof. Seit der Kommunalreform von 1969 – die Gemeinden Denklingen und Eckenhagen wurden zusammengelegt – lebt die Erinnerung an die frühere Zugehörigkeit zum Reichs- beziehungsweise Königsgut in dem neuen Gemeindenamen Reichshof fort.
Das Oberbergische Land liegt im Südosten des ehemaligen, bis 1614 eigenständigen Herzogtums Berg und ehemals angrenzender Gebiete und ist heute Teil der touristischen Region Bergisches Land. Bereits 1740 trennte eine Beschreibung des Herzogtums Berg unter der Herrschaft des Hauses Pfalz-Neuburg mit seinen 17 Ämtern das „Niederbergische“ nordwärts der Wupper vom „Oberbergischen“ südlich davon.
Als das Herzogtum und die benachbarten Territorien durch Napoleon I. 1806 und durch den Wiener Kongress 1815 neu geordnet wurden, fielen auch die bis dahin selbstständigen Reichsherrschaften Gimborn-Neustadt, zu der Gummersbach gehörte, und Homburg sowie Teile der Grafschaft Mark an das Großherzogtum Berg und nach 1815 an Preußen.
Der ursprüngliche Oberbergische Kreis entstand am 1. Oktober 1932 aus der Vereinigung der Kreise Gummersbach und Waldbröl (ohne das Amt Dattenfeld), mit dem Sitz der Kreisverwaltung in Gummersbach. Der ursprünglich für den neuen Kreis vorgesehene Name Agger-Wiehl-Kreis nach den Flüssen im Kreisgebiet wurde durch Beschluss des Preußischen Staatsministeriums vom 27. September 1932 in Oberbergischer Kreis geändert. Der Name nimmt Bezug auf die ehemaligen Landesherren, die Grafen von Berg.
Der Kreis umfasste die beiden Städte Bergneustadt und Gummersbach sowie die Gemeinden Denklingen, Drabenderhöhe, Eckenhagen, Gimborn, Lieberhausen, Marienberghausen, Marienheide, Morsbach, Nümbrecht, Ründeroth, Waldbröl und Wiehl.
1957 wurde Waldbröl als dritter Gemeinde im Oberbergischen das Stadtrecht verliehen.
Vor der (ersten) Neugliederung der Gemeinden zum 1. Juli 1969 bestand der Kreis aus drei amtsfreien Städten und elf amtsfreien Gemeinden:
Das Gesetz zur Neugliederung des Oberbergischen Kreises reduzierte zum 1. Juli 1969 die Zahl der Gemeinden des Kreises. Neben zahlreichen Grenzverschiebungen zwischen den bestehenden Gemeinden ergaben sich dabei folgende Änderungen im Gemeindebestand: …