Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald: Geschichte
Seit dem 8. Jahrhundert bildeten sich auf dem Gebiet des heutigen Kreises die Grafschaft Breisgau und die Grafschaft Baar heraus, die zum Herzogtum Alemannien gehörten. Der östliche Teil (Oberläufe von Donau und Neckar) waren unter den Karolingern Herrschaftsgebiet der Alaholfinger. Nach dem Zerfall des Frankenreichs 843 gehörte das Gebiet zum Ostfrankenreich und teilweise ab 920 zum Herzogtum Schwaben. Ab 1368 ging der Breisgau in den Besitz des Hauses Habsburg über (siehe Vorderösterreich). In der Baar herrschten die Fürsten von Fürstenberg, während das Gebiet südlich von Freiburg (Markgräflerland) in den Besitz der Markgrafen von Baden gelangte. Nach dem Ende der Napoleonischen Kriege kam 1805/06 das gesamte Gebiet des heutigen Landkreises zum Großherzogtum Baden.
Der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald wurde durch die Kreisreform am 1. Januar 1973 überwiegend aus den früheren Landkreisen Freiburg, Müllheim und Hochschwarzwald (Sitz in Neustadt im Schwarzwald) gebildet. Ferner kam die Gemeinde Unadingen vom Landkreis Donaueschingen zum Kreisgebiet. Weitere Gemeinden wurden in den Stadtkreis Freiburg eingegliedert. Vom Landkreis Müllheim kam der südliche Teil zum Landkreis Lörrach und vom ehemaligen Landkreis Hochschwarzwald gingen auch einige Gemeinden an den Landkreis Waldshut.
Am 1. Juli 1973 (Munzingen), am 1. September 1973 (Hochdorf) und am 1. Juli 1974 (Ebnet und Kappel) wurden weitere Gemeinden in den Stadtkreis Freiburg eingegliedert. Am 1. September 1973 wurde die Gemeinde Schönenbach, die dem Landkreis Waldshut angehörte, aufgenommen. Am 1. Januar 1974 wurde Kiechlinsbergen an den Landkreis Emmendingen abgetreten. Am 1. April 1974 folgte Leiselheim. Am 18. März 1975 kam Grünwald aus dem Landkreis Waldshut hinzu (Umgliederung von Bonndorf im Schwarzwald nach Lenzkirch).
Die drei Altkreise wurden 1939 aus den gleichnamigen Amtsbezirken gebildet, die zu Anfang des 19. Jahrhunderts damals noch in größerer Zahl errichtet worden waren, als das Gebiet zu Baden kam. Im Laufe der Geschichte wurden die Amtsbezirke mehrmals verändert, bis es 1936 nur noch die Ämter Freiburg, Müllheim, Neustadt im Schwarzwald und Staufen gab. Staufen wurde auf die Ämter Freiburg und Müllheim aufgeteilt. Der 1939 gebildete Landkreis Neustadt wurde 1956 in Landkreis Hochschwarzwald umbenannt.
Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald 50 Gemeinden, darunter zehn Städte. Größte und gleichzeitig jüngste Stadt ist Bad Krozingen (seit 1. September 2005), die zum 1. Januar 2025 zur Großen Kreisstadt ernannt wurde. Kleinste Gemeinde ist Heuweiler.
Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (1987) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).
Nach Untersuchungen des Statistischen Bundesamtes und des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg haben nirgendwo in Deutschland die Menschen eine höhere Lebenserwartung, als im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Männer werden im Schnitt 80,9 und Frauen 84,9 Jahre alt. Das veranlasste die Hochschwarzwald Tourismus GmbH, den Fotografen Manfred Baumann für ein Projekt zu gewinnen: Er fotografierte 15 Schwarzwälderinnen und Schwarzwälder, die dieses Durchschnittsalter schon überschritten haben, unter anderem den Olympiasieger Georg Thoma und den Großvater von Fabian Rießle. Daraus entstand die Ausstellung „Hoch leben die Wälder“ mit Texten und Tondokumenten über das Leben der Abgelichteten. …