Kreis Heinsberg: Geschichte
Der Kreis Heinsberg ist ein altes Siedlungsgebiet. Dies belegen Bodenfunde aus mehreren Epochen. Ob es steinzeitliche Werkzeuge mit einem Alter von bis zu 100.000 Jahren sind, oder der rund 7000 Jahre alte Holzbrunnen, der zu Beginn der 90er Jahre bei Erkelenz-Kückhoven gefunden wurde. Auch die Römer waren in der Region heimisch, zumal das Gebiet durch Römerstraßen, unter anderem die bedeutende Verbindung Heerlen – Xanten, erschlossen wurde.
Die Christianisierung hinterließ ihre siedlungsgeschichtlichen Spuren, da bereits im 8. Jahrhundert erste Kirchenbauten nachzuweisen sind. Im ausgehenden 12. Jahrhundert entstanden im heutigen Verwaltungsgebiet des Kreises zahlreiche Burganlagen vom Typ einer Motte, meist unter Ausnützung von Spornlagen im Riedelland, kleinen Erhöhungen oder wasserreicher Umgebung. Sie waren in der Regel Rittergüter und kleine Dynastensitze; sie werden landläufig ins Frühmittelalter datiert und den Zügen der Normannen bzw. Wikinger maasaufwärts zugeordnet. Im Mittelalter gab es in der Region kein homogenes Gebiet. Unterschiedlichste Adelshäuser beanspruchten Besitztümer im heutigen Kreisgebiet, das sprachlich und kulturhistorisch dem Maasland zuzuordnen war.
Mit Errichtung des Regierungsbezirks Aachen im Königreich Preußen entstanden 1816 die Kreise Heinsberg, Geilenkirchen und Erkelenz. Während der Kreis Erkelenz 156 Jahre Bestand hatte, wurden die Kreise Geilenkirchen und Heinsberg 1932 zunächst unter dem Namen „Kreis Geilenkirchen“ zusammengefasst. Ein Jahr später erfolgte die Umbenennung in „Kreis Geilenkirchen-Heinsberg“. Im Jahr 1951 wurde dieser Kreis in „Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg“ umbenannt. Maßgebend dafür war die vorübergehende Unterstellung des Selfkantgebietes unter niederländischer Verwaltung in den Jahren 1949 bis 1963.
Am 1. Januar 1972 entstand der neue Kreis Heinsberg im Rahmen der kommunalen Neugliederung im Raum Aachen (Aachen-Gesetz) durch Zusammenlegung des Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg mit dem Landkreis Erkelenz. Seit dem 1. Januar 1975 – damals wurde die Gemeinde Niederkrüchten in den Kreis Viersen eingegliedert – hat der Kreis Heinsberg seine heutige Gestalt.
Ab Februar 2020 trat die COVID-19-Pandemie im Kreis Heinsberg auf. Über die COVID-19-Pandemie im Kreisgebiet wurde in überregionalen Medien (bundesweit und international) berichtet, nachdem bei und nach einer Karnevalssitzung am 15. Februar 2020 in Gangelt die erste größere SARS-CoV-2-Ausbreitung in Deutschland stattfand und anschließend hier die Heinsberg-Studie durchgeführt wurde.
=== Konfessionsstatistik ===
Gemäß dem Zensus 2011 waren 61,5 % der Einwohner römisch-katholisch, 17,0 % evangelisch und 21,5 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe. Die Anteile der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung ist seitdem jährlich um 1 Prozentpunkt gesunken. Gemäß dem Zensus 2022 waren 51,6 % der Einwohner katholisch, 14,8 % evangelisch und 33,7 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.
Laut Statistik des Bistums Aachen sank der Anteil der katholischen Kirchenmitglieder an der Bevölkerung im Jahr 2022 um 1,9 Prozentpunkte. Dieser Trend setzte sich seitdem fort und der Anteil verringerte sich 2023 um 1,7 Prozentpunkte und 2 Prozentpunkte im Jahr 2024.