Lahn-Dill-Kreis: Geschichte
Das südliche Kreisgebiet gehörte den Fürsten zu Solms-Braunfels und der Freien Reichsstadt Wetzlar. Diese musste in der Folge des Reichsdeputationshauptschlusses ihre Reichsfreiheit 1803, danach als Grafschaft Wetzlar, zugunsten des neugeschaffenen Großherzogtums Frankfurt des Fürstprimas (im alten Reich Reichserzkanzler) Karl Theodor von Dalberg aufgeben. Die ehemals solmsischen Gebiete kamen 1806 an das Herzogtum Nassau und 1815 im Tausch ebenfalls an Preußen. 1816 entstanden die preußischen Kreise Wetzlar und Braunfels, die 1822 zum Landkreis Wetzlar vereinigt wurden. Der Kreis gehörte bis 1932 als Exklave zur preußischen Rheinprovinz. Das nördliche Kreisgebiet gehörte seit dem Mittelalter zum Fürstentum Nassau-Dillenburg, das zwischen 1806 und 1813 zum französisch besetzten Großherzogtum Berg und zwischen 1813 und 1815 zum Fürstentum Nassau-Oranien gehört, welches 1816 im Herzogtum Nassau aufging. Dieses bildete die beiden Ämter Herborn und Dillenburg. Nach der preußischen Annexion des Herzogtums Nassau im September 1866 wurden beide Ämter zum Dillkreis vereinigt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam das ganze heutige Kreisgebiet zum Land Hessen. Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde am 1. Januar 1977 der Lahn-Dill-Kreis gebildet. Der neue Landkreis setzte sich zusammen aus
dem gesamten Gebiet des aufgelösten Dillkreises mit den Städten Dillenburg, Haiger und Herborn sowie den Gemeinden Breitscheid, Dietzhölztal, Driedorf, Eschenburg, Greifenstein, Mittenaar, Siegbach und Sinn
dem größten Teil des aufgelösten Landkreises Gießen mit den Städten Allendorf (Lumda), Grünberg, Hungen, Laubach, Lich, Linden und Staufenberg sowie den Gemeinden Buseck, Fernwald, Langgöns, Lollar, Pohlheim, Rabenau und Reiskirchen
einem Teil des aufgelösten Landkreises Wetzlar mit den Städten Braunfels und Leun sowie den Gemeinden Aßlar, Biebertal, Bischoffen (ehemals Landkreis Biedenkopf), Ehringshausen, Hohenahr, Hüttenberg, Schöffengrund, Solms und Waldsolms.
Der neue Landkreis besaß eine Fläche von 1695 km² und umfasste insgesamt 36 Gemeinden. Sitz der Kreisverwaltung wurde die gleichzeitig gebildete kreisfreie Großstadt „Lahn“. Diese entstand durch Vereinigung der kreisfreien Stadt Gießen mit der Stadt Wetzlar, 13 weiteren Gemeinden aus dem Landkreis Wetzlar und der Gemeinde Heuchelheim aus dem Landkreis Gießen.
Wegen heftiger Proteste, im Wesentlichen seitens der Wetzlarer Bevölkerung, wurde die Gebietsreform teilweise rückgängig gemacht. Mit Wirkung vom 1. August 1979 wurde die Stadt Lahn wieder aufgelöst und der Lahn-Dill-Kreis neu zugeschnitten:
Die wiederhergestellte Stadt Wetzlar und die neugebildete Gemeinde Lahnau wurden in den Lahn-Dill-Kreis eingegliedert.
Die Gemeinde Biebertal sowie alle bis 1976 zum Landkreis Gießen gehörenden Gemeinden schieden aus dem Lahn-Dill-Kreis aus und kamen zum neu errichteten Landkreis Gießen.
Seither umfasst der Lahn-Dill-Kreis 23 Städte und Gemeinden auf einer Fläche von 1066,5 km².
Der Lahn-Dill-Kreis erhielt am 1. August 1979 eine neue Abgrenzung. …