Kiel: Geschichte
Das Gebiet an der Kieler Förde gehörte seit der Unterwerfung der Sachsen durch Karl den Großen zunächst zum Frankenreich und dann zu Holstein. Kiel wurde zwischen 1233 und 1242 von Graf Adolf IV. von Holstein gegründet, der erst kurz zuvor die Herrschaft über die zeitweilig an Dänemark verlorene Grafschaft zurückgewonnen hatte. Vermutlich gab es bereits längere Zeit vor 1233 eine Kaufmannssiedlung an dieser Stelle. Doch nur bei Kiel stieß das fränkisch-sächsische Territorium an die Ostsee – nördlich der Levensau lag Schleswig und damit dänisches Gebiet, östlich der Schwentine hinter dem Limes Saxoniae lag Wagrien und damit slawisches Gebiet, das zu dieser Zeit noch nicht fest in der Hand der holsteinischen Grafen war. Daher war diese Stelle an der Förde die einzige Möglichkeit für einen sächsischen bzw. holsteinischen Ostseehafen. Als solcher wurde Kiel als eine der nördlichsten Städte im Heiligen Römischen Reich planmäßig angelegt. Gleichzeitig stiftete Graf Adolf das Franziskanerkloster, in dem er seinen Lebensabend verbrachte, nachdem er dem Franziskanerorden beigetreten und zum Priester geweiht worden war. 1242 erhielt Kiel das Lübische Stadtrecht verliehen. Aus dieser Zeit stammen die ersten Stadtbücher, die sich zunächst im norddeutschen Raum verbreitet haben.
Der ursprüngliche Stadtname lautete Holstenstadt tom Kyle (etwa „Holsteinstadt an der Förde“); 1232 wird der Ort to dem Kyle genannt. Das y im alten Namen ist ein langes /i/. Im Sprachgebrauch wurde der Name zu tom Kyle verkürzt und schließlich zu Kiel. Das Wort Kiel, niederdeutsch für „Keil“, dürfte hier die Förde bezeichnen, die Meeresbucht, die sich weit ins Land hineinschneidet. Daneben ist auch ein nordischer Ursprung denkbar, der auf altnordisch kíll „schmale Bucht“ zurückgeht.
Historisch wurde Kiel auch bei seinem mittellateinischen Namen Chilonium (das ch als k ausgesprochen) genannt. …