Heimatgeschichte · Marburg-Biedenkopf ·

Landkreis Marburg-Biedenkopf: Geschichte

Landkreis Marburg-Biedenkopf: Geschichte

=== Mittelalter – Neuzeit ===
Das heutige Kreisgebiet gehörte im Laufe der Geschichte überwiegend zur Landgrafschaft Hessen, einige Gebiete auch zum erzbischöflichen Kurfürstentum Mainz. Bei der hessischen Landesteilung 1648 (Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel → Hessenkrieg) wurde das Gebiet schließlich aufgeteilt: der Raum Marburg kam zu Hessen-Kassel, das Hessische Hinterland (die Ämter Battenberg, Blankenstein, Biedenkopf, Hatzfeld und Vöhl) zu Hessen-Darmstadt. Das kurmainzische Amöneburg kam erst 1803 zu Hessen-Kassel.
1821 bildete das Kurfürstentum Hessen-Kassel die Landkreise Marburg und Kirchhain. Im Großherzogtum Hessen (Darmstadt) entstanden die Landratsbezirke Battenberg (mit Biedenkopf) und Gladenbach, welche 1832 zum Landkreis Biedenkopf vereinigt wurden. Im Jahr 1866 annektierte Preußen das Kurfürstentum Hessen und das Herzogtum Nassau, die es zur Provinz Hessen-Nassau zusammenschloss. Gleichzeitig erhielt Preußen vom Großherzogtum Hessen den Landkreis Biedenkopf, so dass alle drei Landkreise Bestandteil der Provinz Hessen-Nassau wurden. 1929 schied die Stadt Marburg in den Grenzen der heutigen Kernstadt (jedoch noch ohne Ockershausen, welches am 1. Januar 1931 eingemeindet wurde) aus dem Landkreis Marburg aus und wurde kreisfrei. Drei Jahre später, 1932, wurde der Kreis Kirchhain mit dem Kreis Marburg vereinigt, ferner wurde der Kreis Biedenkopf neu gegliedert. Er verlor rund 40 % seines Gebietes an den Landkreis Frankenberg und an den Kreis Wetzlar der gleichzeitig von der Rheinprovinz in die Provinz Hessen-Nassau umgegliedert wurde.

Im Rahmen der hessischen Gebietsreform wurden am 1. Juli 1974 die beiden Landkreise Marburg und Biedenkopf (ungefähr deckungsgleich mit dem Hessischen Hinterland) zusammen mit der kreisfreien Stadt Marburg zum neuen „Landkreis Marburg-Biedenkopf“ vereinigt. Die Stadt Marburg wurde dabei, um ihre 18 (äußeren) Stadtteile vergrößert, eine der sieben Sonderstatusstädte in Hessen.
Folgende Änderungen der Kreiszugehörigkeiten wurden dabei, von der Fusion abgesehen, vorgenommen:

Aus der Gemeinde Schiffelbach im Altkreis Marburg war bereits am 1. Januar 1974 ein Stadtteil von Gemünden (Wohra) im Landkreis Waldeck-Frankenberg geworden.
Die Gemeinden Roth und Simmersbach aus dem Altkreis Biedenkopf wurden in die Gemeinde Eschenburg im Dillkreis ausgegliedert, welcher 1977 dann aufgelöst in den Lahn-Dill-Kreis überging.
Die fünf Teilgemeinden der Großgemeinde Bischoffen wechselten in den Landkreis Wetzlar, der 1977 ebenfalls aufgelöst in den Lahn-Dill-Kreis überging.
Die für nur wenige Jahre zur Gemeinde Braunstein zusammengefassten Orte Nordeck und Winnen wurden Ortsteile der Stadt Allendorf (Lumda) im Landkreis Gießen.
Die Gemeinde Mengsberg, ehemals Landkreis Ziegenhain, wurde als Stadtteil von Neustadt in den neu gebildeten Landkreis aufgenommen.
Das hinterländische (bis 1932 Kreis Biedenkopf) Oberasphe, bislang Landkreis Frankenberg, welches zum 1. Januar 1974 zunächst als Ortsteil von Battenberg dem Landkreis Waldeck-Frankenberg zugeschlagen worden war, wurde nach heftigen Protesten der Bevölkerung ein halbes Jahr später in die neue Großgemeinde Münchhausen des hiesigen Landkreises eingegliedert. …

von Fremdinhalte · Regionauts

Quelle: Text: Wikipedia – „Landkreis Marburg-Biedenkopf“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0