Heimatgeschichte · Hochtaunuskreis ·

Hochtaunuskreis: Geschichte

Hochtaunuskreis: Geschichte

Das heutige Kreisgebiet gehörte im Mittelalter zu verschiedenen Herrschaften, zu Kurmainz, den Herren von Cronberg oder zu Eppstein. Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte der südliche Teil zur Landgrafschaft Hessen-Homburg, der nördliche Teil zum Fürstentum, später Herzogtum Nassau.
Nach dem Deutschen Krieg und der preußischen Annexion im Jahr 1866 entstand aus Hessen-Homburg und den nassauischen Ämtern Königstein und Usingen der Obertaunuskreis mit Sitz in Bad Homburg. Gemäß der Kreisordnung vom 1. April 1886 wurde ein Teil mit 46 Gemeinden nördlich des Gebirgskammes in einem neuen Landkreis Usingen organisiert. Im Obertaunuskreis verblieben 34 Gemeinden mit einer Fläche von 22.454 Hektar.
Im Jahr 1919 wurde der französisch besetzte Teil des Obertaunuskreises – das ehemals nassauische „Amt Königstein“ – abgetrennt und als Kreis Königstein eingerichtet. Erst am 1. Oktober 1928 – nach dem Abzug der französischen Besatzungstruppen – kehrte er zum Obertaunuskreis zurück.
Aufgrund der preußischen Sparverordnungen wurde am 1. August 1932 der Kreis Usingen aufgelöst. Teile des Kreises fielen an die benachbarten Landkreise Wetzlar, Oberlahn und Untertaunus, der Löwenanteil jedoch an den Obertaunuskreis. Schon ein Jahr später, am 1. Oktober 1933 wurde auf Betreiben der örtlichen Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) der Landkreis Usingen wiederhergestellt.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde am 1. August 1972 der Hochtaunuskreis gebildet. Zu dem neuen Kreis traten

der Obertaunuskreis bis auf die Gemeinde Kalbach, die zur Stadt Frankfurt kam
der Landkreis Usingen bis auf die Gemeinden Niederems, Reichenbach, Steinfischbach und Wüstems, die zur Gemeinde Waldems im Untertaunuskreis kamen
die Gemeinden Ober-Erlenbach, Ober-Eschbach und Burgholzhausen vor der Höhe aus dem Landkreis Friedberg
die Gemeinden Glashütten, Reifenberg und Schloßborn aus dem Main-Taunus-Kreis sowie
die Gemeinde Hasselbach aus dem Landkreis Limburg.
Gleichzeitig wurde am 1. August 1972 durch eine Reihe von Zusammenschlüssen die bis heute bestehende Gliederung in 13 Gemeinden geschaffen. Als Sitz der Kreisverwaltung und damit als Kreisstadt wurde die Stadt Bad Homburg benannt.
Im Dezember 1991 wurde der Hochtaunus bundesweit durch eine Korruptionsaffäre bekannt.
Im Februar 2004 thematisierte der damalige Landrat Jürgen Banzer (CDU) einen möglichen Zusammenschluss des Hochtaunuskreises mit dem benachbarten und ähnlich strukturierten Main-Taunus-Kreis. Mit einer Zusammenlegung beider Landkreise könnten Einsparungen von 18 bis 20 Millionen Euro jährlich erzielt werden.

=== Konfessionsstatistik ===
Nach den Ergebnissen des Zensus 2011 waren von den Einwohnern 32,0 % evangelisch, 26,0 % römisch-katholisch und 42,0 % gehörten einer sonstigen oder keiner Religionsgesellschaft an oder machten keine Angabe. Damit waren hier wie im Ballungsraum Rhein-Main die „sonstigen“ Zugehörigkeiten die stärkste Gruppe. Der Mitgliederschwund der großen Kirchen hält seitdem weiter an. Gemäß Zensus 2022 waren (2022) 24,1 % der Einwohner evangelisch, 20,7 % katholisch und 55,2 % gehörten einer sonstigen oder keiner Religion an oder machten keine Angabe.

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Quelle: Text: Wikipedia – „Hochtaunuskreis“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0 · Foto: Sven-Sebastian Sajak, CC BY-SA 3.0 – Wikimedia Commons