Landkreis Vorpommern-Greifswald: Geschichte
Der heutige Landkreis Vorpommern-Greifswald umfasst den südlichen Teil Vorpommerns, dem nach dem Zweiten Weltkrieg bei Deutschland verbliebenen Teil der vormals preußischen Provinz Pommern sowie kleine Teile der Uckermark und Mecklenburgs.
Die ersten Menschen kamen nach der Weichseleiszeit in die Region. Im Tal der Randow bei Wollschow, im Schwingetal südwestlich von Greifswald und an vielen anderen Stellen des Kreises zeugen eine Anzahl von Großsteingräbern und Steinkisten davon, dass Angehörige der neolithischen Trichterbecherkultur, etwa 4000 v. Chr., den Raum besiedelten. Beispielsweise ist das sogenannte „Walfischgrab“ (Wollschow 34) eine 1929 ausgegrabene Steinkiste. Sie verdankt ihren Namen der Form des Decksteins. In der nur 0,8 × 0,5 m messenden Kammer wurden drei Kinderskelette in Hockerstellung (angezogene Beine) und eine Keramikschale gefunden.
Schalensteine, Hügelgräber und viele aufgedeckte Siedlungen in der Region, die besonders beim Bau der A 20 und der Gasleitungen von Lubmin gefunden wurden, sind Denkmäler aus der Bronzezeit (Germanen).
Mit der Völkerwanderung um 400 bis 600 zogen die germanische Stämme aus dem Gebiet in Richtung Süden und Westen.
Vom 6. bis zum 7. Jahrhundert zogen Westslawen in die zum Teil verwaiste Region. Die einzelnen Stämme, wie die Ukrer/Ukranen, Redarier und Zirzipanen gehörten zu den Wenden, die dem Bund der Liutizen zuzurechnen sind. Viele Burgwälle, Siedlungen und Gräberfelder zeugen bis heute von den Wenden.
Durch Feldzüge der polnischen Herzöge Bolesław I. der Tapfere um 1000 gegen die heidnischen Pomoranen und Bolesław III. Schiefmund in den Jahren 1116, 1119 und 1121 gehörte ein Großteil des heutigen Landkreises in historisch kurzen Zeiträumen zum Königreich Polen unter den Piasten.
1005 entzogen sich die Pommeranen erneut der Kontrolle des polnischen Herzogs Bolesław Chrobry und Bischof Reinbern verließ Kolberg. Um 1046 wird Zemuzil Bomerianorum als erster namentlich bekannter Herrscher der Pommern erwähnt.
Um 1123/24 unterwarf der – seit 1122 wieder Polen unterstehende – Pomoranenfürst Wartislaw I. erneut Gebiete westlich der Oder auf ursprünglich liutizischem Gebiet. 1168 wurde Rethra und die Jaromarsburg auf Arkona zerstört. Die Slawen wurden christianisiert und Mönche ließen sich in der Region nieder. Die eingesessenen Pomoranen sowie die Anfang des 12. Jahrhunderts unterworfenen Slawen westlich der Oder wurden in den folgenden Jahrhunderten zum größten Teil in die von deutschen Siedlern dominierte neue Gesellschaftsordnung integriert und assimiliert. …