Vogtlandkreis: Geschichte
Der Kreisname geht auf die Vögte von Weida zurück, die die Geschichte des Vogtlandes über Jahrhunderte prägten. Sie hatten ihre Stammburg im heute thüringischen Weida. Ursprünglich von Friedrich I. Barbarossa als Verwalter für die damals östlichen Reichsgebiete eingesetzt, wurden sie später zu Territorialherrschern. Eine Nebenlinie der Vögte, die aus den Vögten von Plauen hervorgegangenen Reußen, waren mit zwei teilsouveränen Bundesstaaten sogar bis 1918 im Deutschen Kaiserreich als Herrscher vertreten. Heute ist der sächsische Teil des historischen Vogtlandes, und damit weniger als die Hälfte des gesamten Gebietes, im Vogtlandkreis organisiert. Weitere Teile liegen im Kreis Eger in Böhmen, im bayerischen Landkreis Hof und insbesondere im thüringischen Landkreis Greiz sowie im Saale-Orla-Kreis. Größte Stadt des Vogtlandes ist auch nicht die Kreisstadt Plauen, sondern Gera in Thüringen. Auch der Löwe im Kreiswappen geht auf die Vögte zurück.
Der heutige Vogtlandkreis ist nicht deckungsgleich mit dem Vogtland, auch wenn die Begriffe oftmals synonym verwendet werden. Er entspricht bis auf kleinere Abweichungen dem Gebiet des chursächsischen Vogtländischen Kreises. Ein kleiner Teil im Nordosten, im Wesentlichen Neumark, gehörte zum Erzgebirgischen Kreis.
Der heutige Vogtlandkreis entstand am 1. Januar 1996 durch Zusammenlegung der Landkreise Auerbach, Klingenthal, Oelsnitz, Reichenbach und Plauen.
Die Bildung eines Vogtlandkreises mit dem Sitz der Kreisverwaltung in der nicht zum Vogtlandkreis gehörenden kreisfreien Stadt Plauen war bereits im ursprünglichen Gesetzentwurf der sächsischen Staatsregierung vom 29. Juni 1992 vorgesehen. Sie sollte durch die Zusammenlegung der genannten Landkreise erfolgen.
Auf Grund intensiver Einflussnahme des Auerbacher CDU-Kreisverbands und des dortigen Landrats Winfried Eichler, die auf Bildung von zwei Kreisen bestanden, wurde in Dresden festgelegt, dass die wirtschaftlich schwächere Kreisstadt Auerbach Sitz des Landkreises werden sollte. Inzwischen hatte sich Plauen aber überraschend mit der Zweikreis-Variante angefreundet.
Im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens wurde nun die Bildung von zwei Kreisen, dem Elstertalkreis mit Sitz in Plauen (Landkreise Plauen Land und Oelsnitz sowie Teile des Landkreises Klingenthal) und dem Göltzschtalkreis mit Sitz in Auerbach (Landkreise Auerbach, Reichenbach sowie andere Teile des Landkreises Klingenthal) favorisiert. Diese Variante wurde auch mit dem Kreisgebietsreformgesetz vom 24. Juni 1993 beschlossen.
Gegen diese Regelung legte jedoch der Kreistag des damaligen Landkreises Reichenbach auf Bestreben einer Bürgerinitiative um den fraktionslosen Kreisrat Volker Liskowsky Verfassungsbeschwerde beim Sächsischen Verfassungsgerichtshof ein, der die Nichtigkeit dieses Beschlusses feststellte.
Mit dem 2. Kreisgebietsänderungsgesetz vom 6. September 1995 wurde die Bildung des Vogtlandkreises zum 1. Januar 1996 beschlossen. Die Kreisverwaltung des Vogtlandkreises hatte ihren Sitz im kreisfreien Plauen, also außerhalb des eigentlichen Kreisgebietes.
Am 1. August 2008 erfolgte im Zuge der Kreisreform Sachsen 2008 die Vergrößerung des Vogtlandkreises durch Eingliederung der bis dahin kreisfreien Stadt Plauen. Die damit verbundene Aberkennung des Status als kreisfreie Stadt erfolgte gegen massiven Plauener Widerstand. Der Landkreis hat eine Fläche von 1412 km².