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Lübeck: Geschichte

Lübeck: Geschichte

=== Herkunft und Entwicklung des Namens ===
Der Name Lübecks spiegelt die Siedlungsgeschichte der Gegend wider. Die früheste Überlieferung des Namens in der Form Liubice findet sich in der Hamburgischen Kirchengeschichte des Adam von Bremen aus der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts (civitas Liubice [II/19, schol. 12] sowie die Schreibvariante in leubice [III/20]). Weitere frühe Belege sind Liubeck (1159), Lubeke (1163), Liubike (1164), Lubeka (1177), Liubeke (Ende 12. Jahrhundert).
Der Name ist von der Siedlung, die heute Alt-Lübeck genannt wird und von Adam von Bremen im 11. Jahrhundert als Liubice und Leubice bezeugt ist, auf die 1143 von holsteinischen Grafen Adolf II. von Schauenburg gegründete neue Stadt übergegangen.
Das Bewusstsein, dass der Ortsname aus dem Slawischen stammt, war auch später gegeben. Im 14. Jahrhundert berichtete der Lübecker Chronist Johannes Rode, dass die Stadt Lubeke nach einem Wenden benannt worden sei, der „Lubemar“ geheißen habe. Auch Sebastian Münster wies 1563 auf den Slawenfürsten Lubemar hin. Auch der Chronist Detmar von Lübeck verwies im 14. Jahrhundert auf eine slawische Wurzel, meinte jedoch, dass der Name der Stadt in der wendischen Sprache „eine Freude vieler Leute“ oder „eine Freude aller Leute“ bedeutet habe. Der Lübecker Geschichtsschreiber Hermann Korner berichtete Anfang des 15. Jahrhunderts von der Gründung Lübecks und fügte hinzu, der Graf habe sie „mit dem alten Namen Lubek benannt, welches ein slawischer Ausdruck ist und gewöhnlich im Deutschen lieblich bedeutet, weil der Ott anmutlich und ergötzlich“ sei. Der humanistische Historiograph Heinrich Marschalk berichtete 1521, der Name Lübeck bedeute in der wendischen Sprache „Liebchen“.
Die „wendische“ Sprache der alten Chronisten wird heute als Polabisch definiert. Nicht sicher ist, ob der Name unmittelbar auf die Wurzel *l'ub- „lieblich, lieb“ zurückgeht oder ob diese auf dem Umweg über einen Personennamen im Ortsnamen enthalten ist. Während bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts die erste, von Wilhelm Ohnesorge begründete Auffassung (Liubice = die Liebliche) vorherrschend war, dominiert seither die Auffassung, dass der Name auf ein Patronymikon zu L'ub oder L'ubomir zurückgeht (Liubice = [die Siedlung der] Nachkommen des L'ub/L'ubomir).
Mit der Verdrängung und Assimilation der Westslawen durch die ihr Herrschaftsgebiet nach Osten ausweitenden Sachsen wurde deren altsächsische Sprache, das spätere Niederdeutsch (nicht zu verwechseln mit dem Sächsischen Obersachsens), die vorherrschende Sprache der Region, und der Siedlungsname Liubice unterlag fortan der sächsischen Sprachentwicklung.
Mit dem Übergang zum Mittelniederdeutschen wandelte sich das altsächsische iu zu ü, und aus Liubice wurde zunächst Lübice. Als in früher mittelniederdeutscher Zeit die altsächsische Palatalisierung des k (Verschiebung zu einem Zischlaut wie etwa in Kiellu, das nun zu Celle wurde) sich umkehrte und viele davon betroffene Wörter und Namen wieder mit ursprünglichem k gesprochen wurden, erfasste diese Entwicklung irrtümlich (Hyperkorrektur) auch den Namen Lübice, und es entstand die im Mittelalter gebräuchliche Form Lübeke. Eine Rolle könnte dabei die volksetymologische Interpretation des Namensendes als mittelniederdeutsches Wort bêke („Bach“) gespielt haben.
Im 17. Jahrhundert wurde das nördliche Niederdeutsch von einer Apokopierung auslautender e erfasst. Als diese entfielen, entstand der heutige Name Lübe(c)k bzw. …

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Quelle: Text: Wikipedia – „Lübeck“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0 · Foto: Jean Pierre Hintze from Lübeck, Germany, Germany/ France, CC BY-SA 2.0 – Wikimedia Commons