Heimatgeschichte · Herzogtum Lauenburg ·

Kreis Herzogtum Lauenburg: Geschichte

Kreis Herzogtum Lauenburg: Geschichte

Das Kreisgebiet entspricht im Wesentlichen den nordelbischen Teilen des historischen Herzogtums Sachsen-Lauenburg. In Nord-Süd-Richtung verlief hier im Frühmittelalter der Limes Saxoniae als Schutzstreifen des Sächsischen Reiches vor den Slawen.
Nach dem Aussterben der letzten askanischen Herzöge und einem langwierigen Erbfolgestreit fiel das Herzogtum zunächst 1702 an das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg („Kurhannover“), ab 1811 gehörte es als Teil des Département des Bouches de l’Elbe kurzzeitig zu Frankreich und fiel dann auf dem Wiener Kongress 1815 an das dänische Königshaus. Es wurde jedoch staatsrechtlich nie Teil Dänemarks, sondern war mit der dänischen Krone durch Personalunion verbunden.
Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 wurde es kurzzeitig von Österreich verwaltet und 1865 als Folge der Gasteiner Konvention in Personalunion mit Preußen vereinigt. Der preußische König Wilhelm I. wurde als „Herzog von Lauenburg“ neuer Landesherr und der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck übernahm das Amt des „Ministers für Lauenburg“. Am 1. Juli 1876 wurde das Herzogtum als „Landkreis Herzogtum Lauenburg“ in die preußische Provinz Schleswig-Holstein eingegliedert. Als Nachfolger der Lauenburgischen Ritter- und Landschaft übernahmen Kreisausschuss und Landrat 1882 die Bestimmung im Lauenburgischen Landeskommunalverband, der seit 1872 über das Gros des ehemals landesherrlichen Vermögens verfügte.

Mölln war die „braune Hauptstadt“ des Kreises Herzogtum Lauenburg. Schon bei der Reichstagswahl Mai 1924 erzielte die NSDAP noch als Deutsch-Völkisch-Sozialer Block mit 24,6 % in Mölln fast ein Viertel der Wählerstimmen. Es waren vor allem frustrierte Handwerker und Kleinunternehmer, die sich den „Braunen“ anschlossen. Nur in Kappeln im Kreis Schleswig erreichte die NSDAP mit 27,5 % schon so früh noch mehr Stimmen in Schleswig-Holstein. Später wurde Mölln Sitz der NSDAP-Kreisleitung. Die Arbeitslosigkeit war nicht signifikant höher als in anderen Städten wie Ratzeburg oder Lauenburg/Elbe. Dort wie in den Dörfern konnten die radikalen Rechten zunächst kaum Anhänger finden. Die Stimmen für die NSDAP kamen vermutlich vor allem aus dem verarmten Mittelstand, d. h. von Händlern, Handwerkern und Gewerbetreibenden, die unter den Folgen des Ersten Weltkrieges litten. Erst nach dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 1929 gewann die NSDAP weitere Wählergruppen. Im Kreisgebiet stieg ihr Stimmenanteil bei der Reichstagswahl 1930 auf 25,4 % und bei den Reichstagswahlen 1932 auf 48,9 %. Nach der „Machtergreifung“ 1933 schloss die NSDAP in der Ratzeburger Stadtverordnetenversammlung beispielsweise die drei Sozialdemokraten aus. Der frühere Möllner SPD-Vorsitzende und Stadtrat Johann Michel wurde verhaftet. Die politischen Gegner blieben meist einige Tage bis Monate in Konzentrationslagern. Es war eine deutliche Warnung an alle, sich nicht außerhalb der NSDAP zu betätigen. Der NS-Staat schaltete die Gesellschaft gleich. Die Freie Turnerschaft Schwarzenbek etwa, ein Arbeitersportverein, wurde ebenso aufgelöst wie der Ratzeburger Bürgerverein. Andere lauenburgische Klubs wurden in die Organisationen der NSDAP eingegliedert.
Gleichzeitig wurde aufgerüstet. In Mölln entstand die Waffenfabrik „Muna“ auf einem 210 Hektar großen Gelände in der heutigen Waldstadt. Zur Aufrüstung der Wehrmacht gehörte auch die Ansiedlung des Schraubenherstellers „Bauer & Schaurte“ (später Firma Fette) in Schwarzenbek. Auch im Kreis Herzogtum-Lauenburg wurden Juden deportiert. …

von Fremdinhalte · Regionauts

Quelle: Text: Wikipedia – „Kreis Herzogtum Lauenburg“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0 · Foto: Niteshift (talk), CC BY-SA 3.0 – Wikimedia Commons