Landkreis Saarlouis: Geschichte
Das Gebiet des heutigen Landkreises Saarlouis gehörte vom Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert zu mehreren Fürstentümern des Heiligen Römischen Reichs:
Die rund um Saarlouis gelegenen Gebiete des Landkreises gehörten überwiegend zum deutschsprachigen Teil des Herzogtums Lothringen. Wallerfangen war die Hauptstadt dieses Deutsches Bellistum genannten Verwaltungsbezirks.
Einige rechts der Saar gelegene Gebiete gehörten zu kleineren Herrschaften, die teils Kondominien angehörten, die dem Herzog von Lothringen, dem Grafen von Saarbrücken oder dem Kurfürsten von Trier unterstanden.
Auch die Abteien Fraulautern und Wadgassen hatten eigene Herrschaften.
Als 1680 die Stadt Saarlouis gegründet wurde, wurde diese mit einigen umliegenden Orten eine Exklave Frankreichs. Wallerfangen wurde für den Bau der Festung zerstört, weshalb der Sitz des Deutschen Bellistums nach Saargemünd verlegt wurde.
Nach dem Tod des letzten Herzogs 1766 fiel Lothringen an Frankreich. Auch die vorher zu Nassau-Saarbrücken gehörenden Dörfer Überherrn und Friedrichweiler wurden französisch.
Die Französische Revolution erreichte schnell auch die Saar. Saarlouis wurde in Sarre-Libre („freie Saar“) umbenannt und wurde Sitz eines Kantons im Département Moselle. Die Gegend um Lebach bildete einen eigenen Kanton im Département de la Sarre.
Nach der Niederlage Napoleons fiel die Gegend um Saarlouis an Preußen. Der Kreis Saarlouis wurde 1816 von den Preußen gegründet und gehörte über hundert Jahre lang zum Regierungsbezirk Trier der Rheinprovinz (bis 1822 Provinz Großherzogtum Niederrhein). Die damaligen Grenzen des Kreises stimmen größtenteils mit den heutigen überein.
Im 20. Jahrhundert spiegelt der Landkreis die Geschichte des Saarlandes wider:
1920 kam er zum Saargebiet, das vom Völkerbund verwaltet wurde. Nach der Volksabstimmung vom 13. Januar 1935 wurde das Saargebiet zum 1. März 1935 wieder Teil des Deutschen Reichs. Zwischen der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 im Deutschen Reich und der Volksabstimmung 1935 wurde der Landkreis Saarlouis wie der Rest des Saargebietes zum wichtigen Drehpunkt für deutsche Flüchtlinge vor nationalsozialistischer Verfolgung sowie für das Einschleusen antirassistischer Propaganda ins Deutsche Reich. Die Nationalsozialisten nannten Saarlouis Saarlautern, um nicht mehr an die Zeit der französischen Herrschaft zu erinnern. Das ehedem reiche jüdische Leben wurde durch den nationalsozialistischen Terror zwischen der Annexion („Rückgliederung“) des Saarlandes an Deutschland am 1. März 1935 und dem Ende der Naziherrschaft sukzessive vernichtet. Zuvor bestanden etliche Synagogengemeinden im Kreisgebiet, deren größte die von Saarwellingen mit ihrer Synagoge, ihrem Schulhaus in der Engelgasse und ihrem Friedhof in der Schliefgasse war.
Von 1947 bis 1956 war der Landkreis Saarlouis Teil des französischen Saarprotektorats und seit 1957 gehört er als Teil des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland.
Bei der saarländischen Gebiets- und Verwaltungsreform 1974 wurde der Landkreis vergrößert:
Die Gemeinden Aschbach, Dörsdorf, Steinbach und Thalexweiler aus dem Landkreis Ottweiler wurden Teil der Stadt Lebach im Landkreis Saarlouis.
Die Gemeinde Michelbach aus dem Landkreis Merzig-Wadern wurde Teil der Gemeinde Schmelz im Landkreis Saarlouis.