Landkreis Neu-Ulm: Geschichte
=== Landgerichte ===
1804 wurden die Landgerichte Illertissen und Roggenburg errichtet. Sie gehörten zum Illerkreis des Königreichs Bayern, ab 1817 zum Oberdonaukreis, der 1838 in Schwaben und Neuburg, später Schwaben umbenannt wurde. 1841 beschloss die Frankfurter Bundesversammlung den Bau der Bundesfestung Ulm mit einem Brückenkopf auf bayerischer Seite. Auf Betreiben König Ludwigs I. wurde die Ortschaft Neu-Ulm in die Festung einbezogen. 1842 wurde daher das Landgericht Neu-Ulm aus Teilen des Landgerichts Günzburg und einer Gemeinde des Landgerichts Illertissen errichtet. 1852 entstand dann noch das Landgericht Babenhausen aus dem gleichnamigen Herrschaftsgericht.
1862 bildeten die drei Landgerichte Illertissen, Roggenburg und Babenhausen das Bezirksamt Illertissen, wobei der Sitz des Landgerichts Roggenburg unter Abgabe einiger Gemeinden an das Bezirksamt Krumbach nach Weißenhorn verlegt wurde. Aus dem Landgericht Neu-Ulm wurde 1862 das gleichnamige Bezirksamt gebildet.
Am 1. Januar 1880 wurden Gebiete des Bezirksamtes Illertissen im Raum Weißenhorn dem Bezirksamt Neu-Ulm zugeteilt. Illertissen gab auch einige Orte an die Bezirksämter Krumbach und Memmingen ab.
Am 1. März 1891 schied die Stadt Neu-Ulm aus dem Bezirksamt Neu-Ulm aus und wurde eine kreisunmittelbare Stadt.
Am 1. Januar 1908 trat das Bezirksamt Neu-Ulm die Gemeinde Offenhausen an die Stadt Neu-Ulm ab.
Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Illertissen und Neu-Ulm. Den Übergang in Neu-Ulm erlebte der Landrat Friedrich Schreck. Am 1. April 1940 wurde die Stadt Neu-Ulm in den Landkreis Neu-Ulm eingegliedert, doch wurde dies am 1. April 1948 wieder rückgängig gemacht.
Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1972 der Landkreis Neu-Ulm, der Großteil des Landkreises Illertissen und die kreisfreie Stadt Neu-Ulm zu einem neuen Landkreis zusammengelegt. Dieser hieß zunächst Illerkreis, wie der historische Verwaltungskreis des Königreichs Bayern, umfasste jedoch ein anderes Gebiet. Die südlichen Gemeinden des Landkreises Illertissen um Babenhausen wurden dem Landkreis Unterallgäu zugeteilt. Am 1. Mai 1973 wurde der neue Illerkreis in Landkreis Neu-Ulm umbenannt. Die Stadt Neu-Ulm erhielt für den Verlust der Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt.
Am 1. Januar 1978 wechselten die Gemeinden Ettlishofen und Silheim aus dem Landkreis Neu-Ulm in den Landkreis Günzburg und wurden dort in die Gemeinde Bibertal eingegliedert. Am gleichen Tag wechselten außerdem die Gemeinde Kettershausen und das Dorf Unterschönegg (heute Gemeinde Babenhausen) aus dem Landkreis Neu-Ulm in den Landkreis Unterallgäu.
Mit Beschluss vom 26. Juli 2017 leitete der Stadtrat von Neu-Ulm den Austritt der Stadt aus dem Landkreis und damit die Wiederherstellung der Kreisfreiheit in die Wege. Dieses Ansinnen, das in Anlehnung an die Wortschöpfungen Grexit und Brexit in den Medien als Nuxit bezeichnet wurde, scheiterte jedoch letztlich im Juni 2019 an der fehlenden Zustimmung des Bayerischen Innenministeriums.
Der Landkreis Neu-Ulm gewann von 1988 bis 2008 über 22.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um ca. 16 %. Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Einwohnerzahl im Landkreis von 142.438 auf 174.200 um 31.762 Einwohner bzw. um 22,3 %.
Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987: …