Landkreis Traunstein: Geschichte
=== Vorgeschichte ===
Der Landkreis umfasst unter anderem den östlichen Teil des Chiemgaus, der lange Zeit sowohl den bayerischen Herzögen als auch den Fürsterzbischöfen von Salzburg verbunden war. Im römischen Imperium war die Gegend in der Provinz Noricum gelegen.
In Bayern entstanden 1802 die Landgerichte älterer Ordnung. Sie waren zuständig für Verwaltung und Rechtsprechung. Auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Traunstein gab es die Landgerichte Traunstein und Trostberg sowie ab 1810 Laufen und Tittmoning. Sie gehörten kurz zum Salzachkreis und kamen 1816 zum Isarkreis, der 1838 in Oberbayern umbenannt wurde.
Das Bezirksamt Traunstein wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Traunstein und Trostberg gebildet. Die Landgerichte Laufen und Tittmoning bildeten das Bezirksamt Laufen.
Am 1. Juli 1876 wurde die Stadt Traunstein eine unmittelbare Stadt und schied aus dem Bezirksamt Traunstein aus.
Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter erhielt das Bezirksamt Traunstein am 1. Januar 1880 die Gemeinden Heiligkreuz und Lindach des Bezirksamtes Laufen.
Am 1. Januar 1900 trat das Bezirksamt die Gemeinden Breitbrunn, Chiemsee, Gstadt und Eggstätt an das Bezirksamt Rosenheim ab.
Am 1. Januar 1914 gab das Bezirksamt die Gemeinde Au an die Stadt Traunstein ab.
Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Laufen und Traunstein.
Am 1. April 1940 wurde die kreisfreie Stadt Traunstein in den Landkreis Traunstein eingegliedert, doch wurde dies am 1. April 1948 wieder rückgängig gemacht.
Am 1. Januar 1970 wurden große Teile der Gemeinde Lauter des Landkreises Laufen in den Landkreis Traunstein um- und in die Gemeinde Surberg eingegliedert.
Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde der Landkreis Traunstein am 1. Juli 1972 deutlich vergrößert. Neu zum Landkreis kamen:
die Stadt Traunstein, die im Ausgleich für den Verlust der Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt erhielt
ein großer Teil des aufgelösten Landkreises Laufen mit den Gemeinden Asten, Freutsmoos, Fridolfing, Kay, Kirchanschöring, Kirchheim, Lampoding, Otting, Palling, Petting, Pietling, Taching am See, Tengling, Tettenhausen, Tittmoning, Törring, Waging am See und Wonneberg sowie
die Gemeinden Eiting, Maisenberg und Peterskirchen des Landkreises Mühldorf am Inn.
Gleichzeitig wurden die Gemeinden Eiting und Maisenberg nach Engelsberg und die Gemeinde Peterskirchen nach Tacherting eingemeindet.
Der Landkreis Traunstein gewann von 1988 bis 2008 rund 23.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um 15,6 %. Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Landkreis von 147.628 auf 177.089 um 29.461 Einwohner bzw. um 20 %.
Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987:
Noch vor seiner Vergrößerung im Rahmen der Gebietsreform wurde dem Landkreis am 1. Juli 1956 bei Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen TS zugewiesen. Es wird bis heute als Regelkennzeichen für den ganzen Landkreis ausgegeben.
Seit dem 14. Oktober 2016 ist aufgrund der Kennzeichenliberalisierung innerhalb des Landkreises auch wieder das Unterscheidungszeichen LF (für den vormals eigenständigen und überwiegend in Traunstein aufgegangenen Landkreis Laufen) erhältlich.