Heimatgeschichte · Limburg-Weilburg ·

Landkreis Limburg-Weilburg: Geschichte

Landkreis Limburg-Weilburg: Geschichte

Weit über das Frühmittelalter hinaus datieren frühgeschichtliche Funde, wie das eiszeitliche Lössprofil, das bei archäologischen Grabungen auf dem Gelände der ICE-Stadt Limburg gefunden wurde. Siedlungsspuren aus der mittleren Altsteinzeit (vor etwa 100.000 Jahren) bezeugen die heute zerstörten Steinkistenfunde von Niedertiefenbach, Ober- und Niederzeuzheim, die zerstörte Wildscheuerhöhle bei Steeden und die Wallanlage auf der Dornburg bei Wilsenroth. Im Südkreis stehen die Hünengräber aus der Hallstattzeit (750–450 v. Chr.) für eine Siedlungskontinuität ebenso wie die merowingischen Gräber in Neesbach. Das Kreisgebiet birgt in einigen Gemarkungen eine besondere Funddichte, und jedes Fundstück dokumentiert die einstige Bedeutung der Region, des Niederlahngaus.
Die im fränkischen Reich hoch angesehene frühmittelalterliche gräfliche Adelsfamilie der Konradiner beherrschte den Lahnraum des heutigen Kreisgebietes. Zu der Gründung einer Stiftkirche auf der Lintpurc, dem ersten urkundlichen Zeugnis vom Jahr 910 für die heutige Kreisstadt Limburg an der Lahn, gesellt sich das Walpurgisstift in Weilburg. Auch für das Weilburger Stift liegt eine Urkunde vor, nach der Konrad I. dem Stift für das Seelenheil seiner Vorfahren im Jahr 912 eine Güterschenkung zukommen ließ. Die konradinische Hauspolitik bezeugt eine große verkehrspolitische Weitsicht bei der Erschließung ihres Territoriums. Im Abstand von Tagesetappen sicherten die Konradiner ihren Herrschaftsraum durch Stiftsgründungen entlang der Lahn (Limburg, Weilburg, Wetzlar) und auf dem Westerwald (Montabaur). Reichspolitisch erfährt die Familie mit König Konrad I., dem einzigen konradinischen Herrscher auf dem deutschen (ostfränkischen) Thron, ihren Zenit. Auf dem Sterbebett, so überliefert der Chronist Widukind, habe Konrad staatsmännische Größe gezeigt, als er seinen Bruder bat, die Reichsinsignien seinem erbitterten Gegner, dem Sachsenherzog Heinrich, zu überbringen – das so genannte Weilburger Testament.
Die Stadt Limburg am Schnittpunkt wichtiger alter Straßen kam (samt Burg und Stiftsvogtei) zu Beginn des 13. Jahrhunderts an die Herren von Ysenburg, im Jahr 1344 zur Hälfte, 1420 ganz an das Kurfürstentum Trier, und blieb bis zur Säkularisation im Jahr 1803 trierisch und damit katholisch.
Die Stadt Weilburg, über einer großen Lahnschleife gelegen, ursprünglich ebenfalls im Besitz der Konradiner Grafen, hatten die Wormser Bischöfe seit dem 10. Jahrhundert als Reichslehen. Als deren Vögte fungierten seit 1195 die Grafen von Nassau, die im Jahr 1294, als Adolf einer der ihren deutscher König war, Ort und Burg als Eigentum erwarben. Die Stadt (seit 1295) wurde im Jahr 1355 Residenz der Grafen (ab 1737 Fürsten) von Nassau-Weilburg und blieb dies bis 1816.
Während der von Trier beherrschte Teil katholisch war, trat das Haus Nassau zum protestantischen Glauben über. Der erst 19-jährige Graf Philipp III. von Nassau-Weilburg berief im Herbst 1526 den evangelischen Pfarrer Erhard Schnepf nach Weilburg. Seine öffentliche Disputation im Hause des Stiftsdekans am 31. Oktober des gleichen Jahres gilt als Beginn der Reformation in Weilburg.
Die Glaubenszerrissenheit des 17. Jahrhunderts lässt sich am Haus Nassau-Hadamar besonders gut veranschaulichen. Johann VI. von Nassau-Dillenburg war zunächst Lutheraner, dann überzeugter Calvinist und ließ seinen fünften, am 12. August 1590 in dritter Ehe mit Johannetta von Sayn-Wittgenstein geborenen, Sohn Johann Ludwig in diesem Sinne erziehen. …

von Fremdinhalte · Regionauts

Quelle: Text: Wikipedia – „Landkreis Limburg-Weilburg“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0 · Foto: Volker Thies (Asdrubal), CC BY-SA 3.0 – Wikimedia Commons