Osnabrück: Geschichte
=== Vorgeschichte ===
Im Bereich der heutigen Sandforter Straße im Stadtteil Voxtrup verlief etwa von der Jungsteinzeit bis zum Mittelalter eine Altstraße, die dem Handel diente und dort die Hase durch eine Furt kreuzte. In der näheren Umgebung der Furt liegen mehrere jungsteinzeitliche Großsteingräber, wie die Gretescher Steine, die Sundermannsteine und die Teufelssteine sowie weitere Grabstätten. 2016 wurde in dem Gebiet der rund 5000 Jahre alte Kupferhort von Lüstringen gefunden. Auch an anderen Orten im heutigen Stadtgebiet finden sich Spuren menschlicher Aktivität aus der Jungsteinzeit.
Das heutige Osnabrücker Land lag in der Antike in Germania magna, also dem Einfluss- und Siedlungsgebiet der Germanen nördlich des Römischen Reichs. Lange Zeit versuchten die Römer, ihren Einflussbereich nach Norden auszudehnen. Die Auseinandersetzungen mit den Germanen fanden um 9 n. Chr. ihren Höhepunkt in der Varusschlacht, in der der cheruskische Feldherr Arminius mit germanischen Kämpfern drei römische Legionen unter dem Befehl von Publius Quinctilius Varus vernichtete. Die Schlacht selbst oder ein mit ihr in Verbindung stehendes Kampfereignis fand vermutlich in der Fundregion Kalkriese nördlich von Osnabrück statt. Insbesondere die 1990 in Kalkriese gefundene römische Helmmaske wurde zum Symbol der Varusschlacht im Raum Osnabrück.
==== Bistumsgründung ====
Zur Zeit der Sachsenkriege Karls des Großen wurden erste Bistümer im Sachsenland gegründet, so auch das Bistum Osnabrück an der Hase. 783 besiegte Karl in der Schlacht an der Hase bei Osnabrück den Sachsenherzog Widukind, in der Folge wurden die Sachsen christianisiert und ihr Gebiet fortan durch die Franken beherrscht. Um 785 wurde die erste Kirche am Ort des Bischofssitzes der Osnabrücker Diözese geweiht, sie war eine erste Vorgängerin des heutigen Doms St. Peter. 804 soll Karl der Große auch die Bistumsschule Carolinum gegründet haben, die Urkunde, die dies belegen soll, gilt aber als Fälschung aus dem 11. Jahrhundert.
Nach der Teilung des Fränkischen Reiches durch den Vertrag von Verdun 843 gehörte das Stammesherzogtum Sachsen und damit Osnabrück zum Ostfrankenreich. Der Ortsname wird erstmals 851 als Osnabrugga im Gau Threcwiti erwähnt; er bezeichnete einen Übergang über die Hase, das Vorderglied geht wahrscheinlich auf einen früheren Namen des Flusses, rekonstruiert als *Ausana oder *Ausena, zurück. Der Siedlungskern um den Bischofssitz herum wurde mit Wällen und Wassergräben als Domburg ausgebaut, innerhalb derer auch die heutigen Plätze Domhof und Große Domsfreiheit lagen. Trotz der Befestigung wurde Osnabrück um 880 durch Normannen überfallen und die Domburg samt Kirche zerstört. Um 900 wurde der Missionsstützpunkt wieder aufgebaut. Ungefähr zur gleichen Zeit erhielt das Bistum das Marktrecht. Der Markt fand zunächst innerhalb der Domburg statt, da der Platz dort jedoch bald nicht mehr ausreichte, wurde westlich außerhalb der Befestigung auf einer inselartigen Sandkuppe der Marktplatz angelegt. Dort entstand die Vorgängerkirche der heutigen Marienkirche. Damit auch der Marktbereich gegenüber der Umgebung abgegrenzt und vor Angreifern geschützt war, wurde die Stadtbefestigung im 11. Jahrhundert erweitert, sie umfasste dann den Bereich zwischen dem heutigen Straßenzug Krahnstraße–Bierstraße–Lohstraße im Westen und der Hase im Osten. 1011 wurde südlich außerhalb der Stadtmauern die Johanniskirche als Kirche für die dort ansässigen Bauernhöfe gegründet. …