Heimatgeschichte · Rotenburg (Wümme) ·

Landkreis Rotenburg (Wümme): Geschichte

Landkreis Rotenburg (Wümme): Geschichte

=== Urgeschichte ===
Als früheste menschliche Spuren können die Artefakte von Minstedt 7 gelten, die aus dem frühen Mesolithikum stammen und auf ein Alter von etwa 9000 Jahren datiert wurden.

Historisch bildete das Kreisgebiet den Kern des Erzstifts Bremen und des Hochstifts Verden. Nach der Reformation wurden beide Territorien zu weltlichen Herzogtümern, die zunächst dänisch, später schwedisch wurden. Diese Gebiete wurden gemeinsam als Territorium Bremen-Verden, zu dem die Hansestadt Bremen selbst nicht gehörte, von Stade aus verwaltet. Im Dreißigjährigen Krieg fanden im Bereich des heutigen Landkreises schwere Kämpfe zwischen schwedischen und kaiserlichen Truppen statt.

Zum 18. Jahrhundert hin ging das Gebiet im Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg (Kurhannover), dem späteren Königreich Hannover auf, wo es zu verschiedenen Ämtern der Landdrostei Stade gehörte. Lauenbrück gehörte zur ebenfalls hannoverschen Landdrostei Lüneburg. Nach der Annexion des Königreichs Hannover durch Preußen im Zuge des Deutschen Krieges 1867 wurde zum 1. April 1885 in der gesamten Provinz Hannover die preußische Kreisverfassung eingeführt. Auf dem heutigen Kreisgebiet wurden dabei die Kreise Bremervörde, Rotenburg in Hannover und Zeven gegründet. Auch nach Auflösung Preußens und Wiedergründung des Landes Hannover wurde die Verwaltungsstruktur beibehalten. Die eigentliche Industrialisierung Rotenburgs erfolgte erst im 20. Jahrhundert. 1929 wurde Rotenburg zur Stadt erhoben. Seit 1936 ist Rotenburg Garnisonsort.

==== Judenverfolgung und Zwangsarbeit ====
Rotenburg a.d. Wümme besaß bis ins beginnende 20. Jahrhundert eine winzige jüdische Gemeinde. Erste Familien hatten sich nach 1750 hier niedergelassen. Im Jahre 1812 bildete sich eine Synagogengemeinde, die Familien aus dem gesamten Amtsbezirk Rotenburg (mit Scheeßel und Visselhövede) umfasste. Erst 1933 wurde das endgültige Ende der Rotenburger Gemeinde offiziell vollzogen. Der kleine jüdische Friedhof im Bereich „Rönnebrocksweg/Imkersfeld“, auf dem während des Krieges sowjetische Kriegsgefangene in einem Massengrab beerdigt worden waren, wurde 1947 wieder hergerichtet. Im Zweiten Weltkrieg war der Friedhof verwüstet und geschändet worden.
Auch die Bürger Rothenburgs nahmen unter dem NS-Regime aktiv an der Judenverfolgung teil. Betroffen waren z. B. die jüdischen Kaufleute Cohn. Der Schneidermeister Hermann Cohn und seine Frau Gertrud flohen nach den Novemberpogromen 1938, dem Boykott und der Enteignung ihres überregional bekannten Bekleidung-Kaufhauses, mit Generalvertretung der damals berühmten deutschen Bekleidungsfirma Bleyle, nach Berlin. Dort wurden Hermann und Gertrud mit Beginn des Zweiten Weltkriegs zunächst zu Zwangsarbeit verpflichtet. Im Februar 1943 deportierte man Gertrud mit dem 31. und Hermann mit dem 33. Osttransport ins KZ Auschwitz. Am 3. März wurden sie für tot erklärt. Paul Immermann, ein Mitarbeiter des Bekleidungsgeschäfts der Familie Cohn, wurde am 18. November 1941 zusammen mit den noch verbliebenen Juden der Region, u. a. Rudolf Moses aus Sottrum, von Bremen über Hamburg ins Ghetto Minsk deportiert und dort ermordet.
In der Gemeinde Sottrum wurden ebenfalls Juden verfolgt. Ein Beispiel waren Rudolf Moses und sein Cousin Albert Moses, die in der „Großen Straße“ als Schlachter bis 1933, geschätzt und anerkannt im Ort, lebten. Dem setzte die NS-Verfolgung ein Ende. …

von Fremdinhalte · Regionauts

Quelle: Text: Wikipedia – „Landkreis Rotenburg (Wümme)“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0 · Foto: smarties, CC BY-SA 4.0 – Wikimedia Commons