Heimatgeschichte · Solingen ·

Solingen: Stadtgeschichte

Solingen: Stadtgeschichte

=== Übersicht ===
Die erste Besiedelung auf heutigem Solinger Stadtgebiet erfolgte wahrscheinlich im 8. oder 9. Jahrhundert. In einem Vermächtnis (Testament) des Kölner Erzbischofs Bruno aus dem Jahr 965 n. Chr. erhält die Abtei St. Martin in Köln einen Gutshof namens Solagon. Damit könnte Solingen gemeint sein. Die erste Erwähnung einer christlichen Gemeinde in Solingen findet sich in einer auf den 3. Mai 1019 datierten (allerdings gefälschten) Urkunde des Kölner Erzbischofs Heribert von Köln. In dieser Urkunde wird der Grundbesitz über einen Teil des heutigen Solinger Stadtteils Wald dokumentiert: curtim et ecclesiam que Walda vocatur (Fronhof und Kirche namens Wald). Die nächste namentliche Erwähnung von Solonchon findet sich in einer Urkunde des Kölner Erzbischofs Anno II. aus dem Jahre 1067. Der Solinger Heimatforscher Heinz Rosenthal (1906–1973) lehnte die Annahme bezüglich Solagon jedoch mit dem Argument ab, dass es keine juristisch belegbaren Nachweise über Solinger Besitzungen der Kölner Erzbischöfe gibt.
Im frühen Mittelalter war das heutige Solinger Stadtgebiet stark bewaldet und das unwegsame Gelände nur sehr dünn besiedelt (weniger als 100 Menschen). Die Solinger Urbevölkerung bestand überwiegend aus einfachen Landwirten und Handwerkern. Wie im gesamten Bergischen Land war zunächst die Einzelhofbesiedlung mit sehr wenigen Bewohnern üblich. Der ursprüngliche Gutshof Solagon entwickelte sich (vermutlich) über Jahrhunderte zu einer einfachen Rodungssiedlung im Bergischen Land, aus der die spätere Stadt Solingen hervorging. Heute umfasst der Solinger Stadtteil Mitte ungefähr das Siedlungsgebiet der ersten Solinger Bürger.
Das aus Altenberg stammende Grafengeschlecht derer von Berg zog um 1133 in den heutigen Solinger Stadtteil Burg und errichtete auf einer Anhöhe über dem Fluss Wupper eine Burg, das heutige Schloss Burg. Schloss Burg wurde Stammsitz der Adelsfamilie und die Grafen von Berg herrschten dort über das nach ihnen benannte Bergische Land. Seit Beginn des 13. Jahrhunderts (um 1210) ist in Solingen das Klingenhandwerk nachweisbar. Erste Schleifer ließen sich an den zahlreichen Bächen im Solinger Stadtgebiet nieder. Die Schleifer organisierten sich bereits Anfang des 14. Jahrhunderts in Zünften (in Solingen Bruderschaften genannt) und waren von besonderer Bedeutung für die Solinger Wirtschaft. Am 23. Februar 1374 erhielt Solingen einen Freiheitsbrief, der aufgrund keiner später auftauchenden Erhebung Solingens zur Stadt als Verleihung des Stadtrechts interpretiert wird. Die damalige Solinger Bevölkerung musste nun immer im Herbst eine Steuer entrichten und hatte die Erlaubnis (wie es im Urkundentext steht), einen Bürgermeister zu wählen. Recht sprechen sollten seitdem geschworene Schöffen. Ein wöchentlicher Markt und ein Jahrmarkt im Oktober wurden erlaubt. 1492 und 1535 wüteten in der Stadt zwei verheerende Brände. Die Pest brach in Solingen im Jahre 1614 aus. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Schloss Burg nahezu vollständig zerstört. Zwischen 1756 und 1763 zogen wiederholt plündernde Truppen durch die Stadt und haben der Solinger Stadtentwicklung massiv geschadet.
Die Stadt Solingen war bis zur Errichtung eines französischen Satellitenstaats im Jahr 1806 Teil des Herzogtums Berg. Das Herzogtum Berg gehörte zuletzt aufgrund von Erbfällen zu den Ländern des pfalzbayerischen Kurfürsten Maximilian IV. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss begann dieser mit der Säkularisierung. Am 15. …

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Quelle: Text: Wikipedia – „Solingen“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0 · Foto: Gohnarch, CC BY-SA 3.0 – Wikimedia Commons