Heimatgeschichte · Heidelberg ·

Heidelberg: Geschichte

Heidelberg: Geschichte

Die Stadt Heidelberg wurde im 12. Jahrhundert gegründet; ihre Geschichte reicht aber bis in keltische und römische Zeiten zurück. Vom 13. Jahrhundert bis zum Jahr 1720 war Heidelberg Residenz der Pfalzgrafen bei Rhein und Hauptstadt der Kurpfalz.

Nahe bei Heidelberg, in der Gemeinde Mauer, kam 1907 in einer Sandgrube der Unterkiefer eines Urmenschen (Unterkiefer von Mauer) zu Tage. Er ist einer der ältesten Belege für die Gattung Homo in Europa. Von dieser ausgestorbenen Hominiden-Art, Homo heidelbergensis (Heidelbergmensch), stammt der Neandertaler ab.
Ab etwa 500 v. Chr. gründeten die Kelten auf dem Heiligenberg eine größere befestigte Siedlung. Deren doppelter Ringwall, zum Schutz gegen die vordringenden Germanen angelegt, ist noch zu erkennen. 200 Jahre später wurde diese Anlage aus ungeklärten Gründen aufgegeben.

Das römerzeitliche Heidelberg bestand vom 1. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. Um 70 n. Chr. gründeten die Römer ein Lager im heutigen Neuenheim, das um 90 durch zwei steinerne Kastelle ersetzt wurde. Über den Neckar führte zunächst eine hölzerne Brücke, ab circa 200 eine Steinpfeilerbrücke. Auf dem Gipfel des Heiligenbergs entstand ein Merkurtempel, auch der Mithraismus war in Heidelberg verbreitet. Der Hauptort der Region war in römischer Zeit das benachbarte Lopodunum (heute Ladenburg), aber auch um das Militärlager in Heidelberg (dessen lateinischer Name unbekannt ist) entwickelte sich ein florierendes Töpfereizentrum.
Nach 260 mussten sich die Römer vor dem Germanenstamm der Alamannen, der den Limes durchbrochen hatte und in römisches Territorium eingefallen war, an den Rhein zurückziehen. Der Sieg des Merowingerkönigs Chlodwig I. über die Alamannen im Jahr 506 machte Heidelberg schließlich zu einem Teil des Frankenreichs, zugleich wurde das Gebiet christianisiert.

870 wurde auf dem Gipfel des Heiligenbergs an Stelle des alten Merkurtempels das Michaelskloster als Filialkloster des Klosters Lorsch, das zu jener Zeit mit dem Bistum Worms um die Vorherrschaft in der Region rang, gegründet. Später folgten eine weitere Filiale, das Stephanskloster, und das Stift Neuburg.
Die älteste schriftliche Erwähnung Heidelbergs stammt aus dem Jahr 1196. Die etymologische Bedeutung ist unsicher. Es ist aber davon auszugehen, dass der Ort bereits im Laufe des 12. Jahrhunderts entstanden war. Zu jener Zeit gehörte Heidelberg zum Besitz des Bistums Worms und bestand aus der Oberen Burg auf der Molkenkur am Hang des Königsstuhls und einem Burgweiler im Bereich der Peterskirche am Fuße des Berges. Viele der heutigen Stadtteile Heidelbergs gehen auf Dörfer zurück, die schon zur Frankenzeit im 6. Jahrhundert entstanden waren. Einige von ihnen wurden im Lorscher Codex erstmals urkundlich erwähnt, Neuenheim und Handschuhsheim etwa im Jahr 765. …

von Fremdinhalte · Regionauts

Quelle: Text: Wikipedia – „Heidelberg“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0 · Foto: Immanuel Giel, Public domain – Wikimedia Commons