Wartburgkreis: Geschichte
Die historische territoriale Basis des Wartburgkreises ist das 1596 gebildete Fürstentum Sachsen-Eisenach, zu dem im 18. Jh. die Ämter Eisenach, Creuzburg, Gerstungen, Hausbreitenbach, Tiefenort sowie Kaltennordheim gehörten. 1809 fand die Realunion mit Sachsen-Weimar statt. Auf dem Wiener Kongress 1815 wurde Sachsen-Weimar-Eisenach zum Großherzogtum erhoben und dessen Gebiet die östlichen Teile des Gerichts Heringen im Amt Friedewald (Dippach, Vitzeroda, Abteroda, Gasteroda), das Amt Frauensee, die östlichen Teile der Vogtei Kreuzberg (Oberzella, Badelachen), das Amt Vacha, das Gericht Völkershausen, die Herrschaft Lengsfeld sowie die Ämter Geisa und Fischberg/Dermbach zugeschlagen. Diese Gebiete wurden später zusammen mit den Ämtern Tiefenort und Kaltennordheim als Eisenacher Oberland bezeichnet.
1918 wurde aus dem Großherzogtum ein Freistaat, der am 1. Mai 1920 im Land Thüringen aufging. 1922 fand eine umfassende Kreisreform statt:
der Landkreis Eisenach bekam vom gothaischen Landratsamt Waltershausen dessen Anteil an der Stadt Ruhla sowie die Gemeinden Deubach, Ebenshausen, Ettenhausen an der Nesse, Frankenroda, Hallungen, Hastrungsfeld, Kahlenberg, Kälberfeld, Lauterbach, Nazza, Neukirchen, Sättelstädt, Schönau an der Hörsel, Sondra und Thal sowie vom Landkreis Meiningen die Gemeinden Bernshausen, Dietlas, Kaltenlengsfeld und Oberellen
der Landkreis Meiningen bekam vom Landkreis Eisenach die Stadt Ostheim vor der Rhön sowie die Gemeinden Birx, Frankenheim/Rhön, Helmershausen, Melpers, Sondheim vor der Rhön, Stetten, Urspringen, Wohlmuthausen und Zillbach
Eisenach wurde kreisfreie Stadt und Sitz des Landkreises.
1945 wurden dem Land Thüringen die Gebiete des früheren preußischen Regierungsbezirkes Erfurt mitsamt dem Landkreis Herrschaft Schmalkalden angegliedert; letzter war erst am 1. Juli 1944 aus der preußischen Provinz Hessen-Nassau aus- und in den Regierungsbezirk Erfurt eingegliedert worden. 1950 wurde aus Teilen des Eisenacher Oberlandes sowie des Landkreises Meiningen (ehemals Herzogtum Sachsen-Meiningen) der Landkreis Bad Salzungen gebildet und die Stadt Treffurt, die Orte Falken, Großburschla und Kleintöpfer wechselten vom Landkreis Mühlhausen zum Landkreis Eisenach. Durch die Kreisreform in der DDR 1952 entstanden dann die neuen Kreise Bad Salzungen und Eisenach. Das Gebiet um Behringen kam zum Kreis Langensalza.
Der Wartburgkreis entstand am 1. Juli 1994 auf Grundlage des Gesetzes zur Neugliederung der Landkreise und kreisfreien Städte in Thüringen vom 16. August 1993 durch die Zusammenlegung der Kreise Eisenach und Bad Salzungen, hinzu kamen die Gemeinden Behringen, Craula, Reichenbach, Tüngeda und Wolfsbehringen vom Kreis Langensalza. Das Landratsamt hatte seinen Sitz in Bad Salzungen und Eisenach. Am 1. Januar 1998 wurde Eisenach (wieder) kreisfreie Stadt und Bad Salzungen alleinige Kreisstadt.
Im Zuge der Gebietsreform in Thüringen wechselte die Stadt Kaltennordheim in den Landkreis Schmalkalden-Meiningen und Eisenach gab die Kreisfreiheit auf, erhielt aber den neu geschaffenen Titel Große Kreisstadt. Der Kreissitz blieb in Bad Salzungen. Die Übertragung der Aufgaben erfolgte am 1. Januar 2022. Am 20. Juni 2021 fand eine Neuwahl des Kreistages statt. Am 1. Januar 2024 wechselte die Gemeinde Hallungen in den Unstrut-Hainich-Kreis.