Neckar-Odenwald-Kreis: Geschichte
Im Rahmen einer Kreisreform in Baden-Württemberg wurde er zum 1. Januar 1973 unter dem Namen Odenwald-Kreis gebildet und zum 10. September 1974 in Neckar-Odenwald-Kreis umbenannt.
Das Gebiet des Neckar-Odenwald-Kreises stand bis zur territorialen Neuordnung Deutschlands Anfang des 19. Jahrhunderts im Wesentlichen unter drei verschiedenen Landeshoheiten: der Kurpfalz, des Kurfürstentums Mainz und des Hochstifts Würzburg. Daneben gab es in ihm auch noch kleinere fürstliche und reichsritterschaftliche Besitzungen. Nach der Zerschlagung der Kurpfalz und der Säkularisierung geistlicher Territorien im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 fielen die ehemals kurmainzischen und würzburgischen Gebiete sowie das pfälzische Oberamt Mosbach an die aus dem nordöstlichen Pfälzerwald stammenden Adelsfamilie der Leininger als Ersatz für ihre linksrheinischen Verluste. Unter badische Landeshoheit kamen Orte im Kleinen Odenwald und am Neckar. Die Rheinbundakte 1806 mediatisierte das kurzlebige Fürstentum Leiningen, das dem Großherzogtum Baden zugeschlagen wurde. Auch die Territorien der Fürsten zu Salm-Krautheim, der Fürsten und Grafen von Löwenstein-Wertheim sowie der Reichsritterschaften wurden schließlich badisch.
1809 gliederte die Regierung in Karlsruhe das Großherzogtum in zehn ihr unmittelbar unterstehende Kreise. Den Kreisen nachgeordnet waren die im gleichen Jahr eingerichteten landes- und standesherrlichen Bezirksämter. Das Gebiet des heutigen Landkreises teilten sich der Odenwälder Kreis und der Main- und Tauberkreis. Es gehörte nach Auflösung des nur kurzzeitig bestehenden Odenwälder Kreises zum Neckarkreis und zum (damaligen) Main-Tauber-Kreis. 1863 wurden die bisherigen Kreise aufgelöst und ihre Zuständigkeiten auf die Bezirksämter und auf das Ministerium des Inneren aufgeteilt. Die mit Wirkung zum 1. Oktober 1864 eingerichteten und mehrere Amtsbezirke umfassenden Kreisverbände waren Selbstverwaltungskörperschaften. Im Gebiet des Kreises Mosbach lagen die Amtsbezirke Adelsheim, Boxberg, Buchen, Eberbach, Mosbach, Walldürn, Tauberbischofsheim und Wertheim.
Die Kreisverbände blieben auch nach Ende des Großherzogtums Baden erhalten. Die Zahl der Amtsbezirke wurde jedoch verkleinert. Nach der Verwaltungsreform 1924/25 bestanden auf dem Gebiet des heutigen Neckar-Odenwald-Kreises die drei Bezirksämter Adelsheim, Buchen und Mosbach, bis auch 1936 das Bezirksamt Adelsheim aufgehoben wurde und dessen Gebiet im Amtsbezirk Buchen aufging. Mit der badischen Landkreisordnung von 1939 erfolgte die Auflösung der Kreisverbände. Die Bezirksämter als untere staatliche Verwaltungsbehörden mit ihren bereits ab 1938 als „Landkreise“ bezeichneten Amtsbezirken wurden gleichzeitig Selbstverwaltungskörperschaften. Von 1939 bis 1972 bestanden die zwei Landkreise Mosbach und Buchen.
Im Zuge der Kreisreform 1973 und der sie begleitenden Gemeindereform wurden aus 67 Gemeinden des Landkreises Buchen und 53 Gemeinden des Landkreises Mosbach 27 zumeist vergrößerte Kommunen im badischen Odenwaldkreis gebildet. Einige Gemeinden der alten Landkreise wurden in die Nachbarlandkreise eingegliedert. So kam vom ehemaligen Landkreis Mosbach die Gemeinde Lindach zum Rhein-Neckar-Kreis, die Gemeinden Heinsheim, Neudenau, Herbolzheim, Stein am Kocher, Ruchsen, Korb und Unterkessach zum Landkreis Heilbronn. Der ehemalige Landkreis Buchen gab Krautheim, Winzenhofen, Gommersdorf, Klepsau, Horrenbach, Neunstetten und Oberndorf an den Hohenlohekreis ab. …