Heimatgeschichte · Verden ·

Landkreis Verden: Geschichte

Landkreis Verden: Geschichte

=== Mittelalter und frühe Neuzeit ===
Im Mittelalter gehörte das heutige Kreisgebiet zu verschiedenen geistlichen und weltlichen Herrschaftsbereichen, u. a. zum Bistum Verden. In der frühen Neuzeit gehörte das Kreisgebiet zu den Herzogtümern Verden und Bremen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war der Landstrich Teil des schwedischen Territoriums Bremen-Verden mit Verwaltungssitz in Stade.

1714 verlor Schweden das Gebiet an Dänemark, welches es 1715 an das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg (seit 1814 Königreich Hannover) verkaufte. Nach verschiedenen Verwaltungsreformen im Königreich Hannover bestanden seit 1859 auf dem heutigen Kreisgebiet die beiden Ämter Verden und Achim sowie die selbständige Stadt Verden und die Ämter Ottersberg (1859 zum Amt Achim) und Westen-Thedinghausen (1681–1852) bzw. Amt Westen (1852–1859). Nach dem Deutschen Krieg 1866 wurde das Königreich Hannover von Preußen annektiert und 1867 die Provinz Hannover.

Im Rahmen der Einführung der neuen Kreisordnung für die Provinz Hannover wurde am 1. April 1885 aus der Stadt und dem Amt Verden der Kreis Verden gebildet. Gleichzeitig wurde aus dem Amt Achim der Kreis Achim.
Bei der Kreisreform im Freistaat Preußen von 1932 wurde aus dem Kreis Verden, dem Kreis Achim sowie der Gemeinde Oiste des Kreises Hoya der neue Landkreis Verden gebildet. Mit den beiden Gemeinden Hemelingen und Mahndorf musste der Landkreis Verden am 1. November 1939 einen Teil des Altkreises Achim an die Stadt Bremen abgeben und verlor dadurch wieder einen Teil der 1932 hinzugewonnenen Einwohner.
In der Spätphase der Weimarer Republik erzielte die NSDAP im Kreisgebiet überdurchschnittliche Wahlerfolge. Die dortigen Ortsgruppen bildeten sich bereits sehr früh, entsprechend hoch war die Dichte sogenannter „Alter Kämpfer“ um Heinrich Peper und andere.
In der Zeit des Nationalsozialismus bestanden auf dem Gebiet des Landkreises verschiedene Rüstungsbetriebe wie die Sprengstofffabrik Eibia G.m.b.H. für chemische Produkte in Barme, die Zwangsarbeiter nutzten, von denen zahlreiche starben oder als Displaced Persons nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren konnten. Die jüdischen Einwohner wurden von den Nationalsozialisten verfolgt, enteignet, deportiert und ermordet. Die Synagogen in Achim und Verden wurden zerstört. Auch Sinti und Roma wurden diskriminiert. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges waren 1945 insbesondere die Eisenbahnstrecken heftig zwischen deutschen und britischen Truppen umkämpft. Im Februar 1945 wurde ein Flüchtlingszug nahe Scharnhorst bombardiert. Die Eisenbahnstrecken wurden u. a. auch für die Deportation niederländischer Juden nach Auschwitz genutzt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden aus der preußischen Provinz Hannover das Land Hannover und schließlich das Land Niedersachsen gebildet, zu dem fortan auch der Landkreis Verden gehörte. …

von Fremdinhalte · Regionauts

Quelle: Text: Wikipedia – „Landkreis Verden“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0 · Foto: Bybbisch94, CC BY-SA 4.0 – Wikimedia Commons