Heimatgeschichte · Würzburg ·

Würzburg: Geschichte

Würzburg: Geschichte

=== Name ===
Die frühesten Erwähnungen des Ortsnamens von Würzburg (im 19. Jahrhundert auch noch Wirzburg und im 18. Würtzburg und Wirtzburg sowie latinisiert Wirceburgis) finden sich um 700 n. Chr., so beim Geographen von Ravenna, der den Namen Uburzis schrieb (zu lesen ist vielleicht Wurcis) und in einer Urkunde von 704, wo von in castello Virteburh die Rede ist. Spätere Namensformen sind Wirzaburga (741/2), Uuirziburg (820), Wirciburg (10. Jahrhundert) und Werzeburc (1073).
Die Herleitung des Ortsnamens ist unsicher. Schon im 10. Jahrhundert wurde in der Form Herbipolis eine Etymologie auf der Basis von lateinisch herba ‚(Heil-)Kräuter‘ vorgenommen; Würzburg würde damit „Burg auf dem kräuterreichen Platz“ bedeuten. Der Germanist Norbert Wagner stellte 1985 das Bestimmungswort zu einem rekonstruierten althochdeutschen *wirz in einer angenommenen Bedeutung ‚zugesetztes Würzkraut zur Bierherstellung, wilder Hopfen‘. Der Indogermanist Albrecht Greule erwog hingegen 2007 aufgrund des Alters des Marienberges als Höhensiedlung einen vorgermanischen Namen: Als Erstglied setzte er eine rekonstruierte Wortwurzel *vertia-, *vertio- an und suchte eine Anknüpfung an das Keltische, etwa gallisch *vertamos ‚der Höchste‘.

Würzburgs vermutlich erste Erwähnung erfolgte um das Jahr 700. Eine innerhalb der heutigen Stadtgrenzen liegende, bisher undatierte Fliehburg auf dem Marienberg lässt eine deutlich frühere Besiedlung möglich erscheinen. Seit dem Jahr 604 war Würzburg fränkischer Herzogssitz, von dem aus das südliche Thüringen und die Mainlande beherrscht wurden. Zwischen 685 und 689 sollen dort die Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan missioniert haben.
Sicherlich bedingt durch die Lage an vielen Verkehrswegen, zum Beispiel dem Main, machte Bonifatius Würzburg 741 zum Bischofssitz. Mit der Heiligsprechung der Frankenapostel 752 begannen die Pilgerfahrten zum ersten Märtyrergrab rechts des Rheins.
Ludwig der Fromme verlieh den Würzburger Bischöfen um 820 ein Zollprivileg (Markt- und Münzrecht folgten erst 1030). Der im 10. Jahrhundert von Fernkaufleuten und Großhändlern besuchte Marktplatz befand sich in der heutigen Domstraße.
Im 11. Jahrhundert gelangte eine Silbermünze aus Würzburg bis auf die Färöer, wie der Münzfund von Sandur belegt. Das erste Ritterturnier auf deutschem Boden wurde 1127 in der Stadt ausgetragen. Als technische Meisterleistung gilt seiner Zeit der um 1130 erfolgte Bau der steinernen Mainbrücke.
Am 17. Juni 1156 heiratete Friedrich I. Barbarossa in Würzburg in zweiter Ehe die noch sehr junge Beatrix von Burgund, Tochter des Grafen Rainald III. und Erbin der Freigrafschaft Burgund (heute Franche-Comté). Auf dem Reichstag zu Würzburg 1168 belehnte Friedrich I. Barbarossa den damaligen Bischof Herold mit der Herzogswürde. Die Bischöfe der Stadt konnten sich fortan Fürstbischöfe nennen und den Titel „Herzog in Franken“ führen.
1188 wurden staufische Höfe und Eigengüter in der Stadt und dem Bistum Würzburg („curtes et allodia, que habemus tam in civitate Herbipolensi quam in episcopatu“) in einem Vertrag zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und König Alfons VIII. von Kastilien erwähnt. Der Vertrag regelte die Ehe zwischen Friedrichs Sohn Konrad und Alfons Tochter Berengaria. Der Besitz in Würzburg gehörte mit weiteren 29 staufischen Gütern zur Morgengabe der Braut. …

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Quelle: Text: Wikipedia – „Würzburg“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0 · Foto: Welleschik, CC BY-SA 3.0 – Wikimedia Commons