Heimatgeschichte · Plön ·

Kreis Plön: Geschichte

Kreis Plön: Geschichte

Im Jahre 1867 trat eine preußische Verwaltungsreform in der Provinz Schleswig-Holstein in Kraft, und aus den Städten Lütjenburg und Plön, einem Teil des Amtes Plön und einer Vielzahl von adligen Gütern wurde der Kreis Plön gegründet. Die Gemeinde Gaarden schied am 1. April 1901 aus dem Kreis aus und wurde Teil der kreisfreien Stadt Kiel, ebenso die Gemeinde Ellerbek am 1. April 1910.

Mit der Verordnung über die Neugliederung von Landkreisen vom 1. August 1932 wurden 31 Gemeinden des aufgelösten Kreises Bordesholm in den Kreis Plön eingegliedert. Der Kreis Plön gab am 1. April 1938 die Gemeinde Brachenfeld und Teile der Gemeinde Tungendorf an die kreisfreie Stadt Neumünster und am 1. April 1939 die Gemeinde Elmschenhagen an die kreisfreie Stadt Kiel ab.
Bereits im Jahr 1930 gab es im Kreis Plön 9 NSDAP-Ortsgruppen mit etwa 300 Mitgliedern. Ein Jahr später war die Zahl der NS-Ortsgruppen im Kreis Plön auf 33 gestiegen. Auch der Aufbau der SA wurde vom Eutiner Rechtsanwalt und SA-Gruppenführer Heinrich Böhmcker vorangetrieben. Beim Wahlkampf zur Reichstagswahl 1930 am 14. September spielte die SA mit größeren Aufmärschen zu Fuß und mit Propagandafahrten mit Lastwagen, zu denen etwa 200 SA-Männer zusammengezogen waren, sowie mit 13 NSDAP-Versammlungen im Kreis Plön eine wichtige Rolle. Hans Friedrich Blunck, einer der 88 deutschen Schriftsteller, die im Oktober 1933 das Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Adolf Hitler unterzeichneten, galt auch als Spiritus rector und Mitglied des 1936 gegründeten Eutiner Dichterkreises, einer NSDAP-nahen Autorengruppe, deren Mitglieder mehrheitlich plattdeutsch geschriebene Werke publizierten. Nach seinem Rücktritt als Präsident der Reichsschrifttumskammer ließ er sich auf einem Hof bei Plön nieder, der zum geistigen und kulturellen Mittelpunkt für Schriftsteller aus Ostholstein und aus ganz Norddeutschland ausgebaut werden sollte.
Nur zwölf Tage nach den Reichstagswahlen am 5. März 1933 attackierte der damalige NSDAP-Kreisleiter Karl Schalow in einem offenen Brief den seit 1916 amtierenden Landrat des Kreises Plön, Max Kiepert. Dessen Amtsenthebung erfolgte im April 1933 auf Basis des neu erlassenen „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“. Nur wenige Tage später wurde der amtierende Landrat des Kreises Schleswig, Gerhard Werther, mit der Verwaltung des Plöner Landratsamtes beauftragt. Ab Mai 1933 fungierte er bis zu seinem Tod 1939 als offizieller Landrat und diente sich bereitwillig als Erfüllungsgehilfe des NS-Terrors an. Ihm folgte mit Klaus Meyer ein langjähriger Parteigenosse (Eintritt in die NSDAP: 15.8.1932) und Angehöriger der Schutzstaffel (Eintritt in die SS: 1.6.1933) nach, der ab September 1939 den Posten des Landrates bekleidete, aber schon im Juni des Folgejahres freiwillig in den aktiven Wehrdienst wechselte. Bis Kriegsende wurde Meyer kommissarisch vertreten. …

von Fremdinhalte · Regionauts

Quelle: Text: Wikipedia – „Kreis Plön“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0 · Foto: Siegbert Brey, CC BY-SA 4.0 – Wikimedia Commons