Landkreis Northeim: Geschichte
Der Kreis wurde am 1. April 1885 im Zuge der Neugliederung der preußischen Provinz Hannover aus dem Amt Northeim sowie den Städten Northeim und Moringen gebildet. Am 1. Oktober 1932 wurde er um den Kreis Uslar erweitert. 1962 wurden der zu Northeim gehörende östliche Teil von Neuhaus im Solling an den Landkreis Holzminden abgetreten. Am 1. Oktober 1971 wurden die Hannoverschen Klippen an den nordrhein-westfälischen Kreis Höxter abgetreten. Am 1. Januar 1973 wurde das Gebiet des Fleckens Adelebsen an den Landkreis Göttingen abgetreten. Durch die Gründung der Gemeinde Katlenburg-Lindau kam die ehemalige Gemeinde Lindau des Landkreises Duderstadt hinzu. Lindau ist somit der einzige Ort des Eichsfeldes im Landkreis. Am 1. Januar 1973 kamen auch die Gemeinde Silberborn und der Flecken Lauenförde zum Landkreis Holzminden. Am 1. März 1974 wurden der Landkreis Einbeck und der Landkreis Northeim aufgelöst und zusammen mit acht Gemeinden des Landkreises Gandersheim, der dann aufgelösten Samtgemeinde auf dem Berge, zu einem neuen Landkreis Northeim vereinigt. Am 1. August 1977 kamen die Gemeinde Kalefeld des Landkreises Osterode am Harz sowie die Stadt Bad Gandersheim und die Gemeinde Kreiensen des Landkreises Gandersheim hinzu. Zum 1. Januar 2013 wurde die Gemeinde Kreiensen in die Stadt Einbeck eingemeindet, die seitdem die größte Stadt des Landkreises ist.
Der Landkreis war zuerst dem Regierungsbezirk Hildesheim und ab 1978 dem Regierungsbezirk Braunschweig angehörig, ehe dieser 2004 aufgelöst wurde.
Der Verlauf der Westgrenze des Landkreises lässt sich auf die Westgrenze der Grafschaft Dassel im Hochmittelalter zurückführen.
Von 2009 bis 2013 prüften die politischen Institutionen eine Fusion des Landkreises Northeim mit den benachbarten Landkreisen Göttingen und Osterode in verschiedenen Konstellationen zu Synergiezwecken. Im April 2012 wurde ein Bürgerbegehren gegen die Fusion bei Landrat Michael Wickmann (SPD) angezeigt. Für das Bürgerbegehren kamen aber zu wenig Unterschriften zusammen. Im Februar 2013 riet der Northeimer Landrat schließlich von einer Fusion ab, die Gespräche wurden beendet, obwohl die rot-grüne Mehrheit im Kreistag weiter für eine Fusion plädierte. Die Gespräche über eine Dreier-Fusion sind letztlich gescheitert. Gespräche über die Zweier-Fusion der Kreise Göttingen und Osterode ohne Northeim verliefen hingegen positiv, wodurch die Fusion der beiden Landkreise am 1. November 2016 umgesetzt wurde.
Der Landkreis Northeim wurde sowohl 1932 als auch 1977 deutlich vergrößert.
Laut der Volkszählung 2011 waren von dem 137.455 Einwohner 65,4 % evangelisch, 11,5 % römisch-katholisch und 23,1 % gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft oder keiner solchen an oder machten keine Angabe. Ende 2017 hatte der Landkreis Northeim 57.184 evangelische Einwohner (1083 weniger als ein Jahr zuvor). Ende 2020 hatte der Landkreis Northeim 53.419 evangelische Einwohner. Die Zahl der Kirchenmitglieder geht im Kreis weiter zurück. Um 1350 (2,6 %) ist sie im Jahr 2022 auf 51.267 gesunken.