Landkreis Main-Spessart: Geschichte
=== Landgerichte ===
Das Gebiet des heutigen Landkreises Main-Spessart gehörte vor 1800 überwiegend zum Hochstift Würzburg, teilweise zum Erzstift Mainz. Der kurmainzische Teil war ab 1803 Teil des Fürstentums Aschaffenburg und kam 1814 an das Königreich Bayern.
Bereits 1804 entstand das Landgericht Homburg (Sitz in Marktheidenfeld), das 1840 nach seinem Sitz in Landgericht Marktheidenfeld umbenannt wurde. 1804 entstanden die Landgerichte Gemünden, Karlstadt und Arnstein. 1814 wurden die Landgerichte Lohr und Orb gebildet. 1852 entstand das Landgericht Rothenfels aus dem Fürstlich von Löwensteinischen Herrschaftsgericht Rothenfels und ein Jahr später das Landgericht Stadtprozelten aus dem Fürstlich von Löwensteinischen Herrschaftsgericht Kreuzwertheim. Alle Landgerichte gehörten zum Untermainkreis, der ab 1838 in Unterfranken umbenannt wurde.
Am 1. Januar 1862 wurde aus den Landgerichten Lohr und Rothenfels das Bezirksamt Lohr, aus den Landgerichten Marktheidenfeld und Stadtprozelten das Bezirksamt Marktheidenfeld, aus den Landgerichten Karlstadt und Arnstein das Bezirksamt Karlstadt sowie aus den Landgerichten Gemünden und Orb das Bezirksamt Gemünden am Main gebildet. Infolge der militärischen Niederlage 1866 musste Bayern das Gebiet Orb an Preußen abgeben. Der nunmehr verkleinerte Bezirk Gemünden wurde 1872 aufgelöst und seine Gemeinden in das Bezirksamt Lohr eingegliedert. Dafür gab das Bezirksamt Lohr das Gebiet um Rothenfels an das Bezirksamt Marktheidenfeld ab. 1902 wurde Gemünden wieder Sitz eines Bezirksamts.
Am 1. Januar 1939 wurde im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Aus den Bezirksämtern wurden die Landkreise Gemünden am Main, Karlstadt, Lohr am Main und Marktheidenfeld.
Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 zunächst unter der Bezeichnung „Landkreis Mittelmain“ ein neuer Landkreis aus den ehemaligen Landkreisen Gemünden am Main, Lohr am Main (ohne die Gemeinde Rothenbuch, die zum Landkreis Aschaffenburg kam) und Karlstadt (einige Randgemeinden kamen auch zu den Nachbarkreisen Schweinfurt, Würzburg und Bad Kissingen) sowie dem Großteil des Landkreises Marktheidenfeld (das Gebiet um Stadtprozelten kam jedoch zum Landkreis Miltenberg, einige Gemeinden im Südosten zum Landkreis Würzburg) gebildet. Als Kreisstadt wurde zunächst Lohr am Main bestimmt. Im Oktober 1972 entschied man sich jedoch für Karlstadt als neuen Kreissitz und verlegte das Landratsamt von Lohr nach Karlstadt. Am 1. Mai 1973 erhielt der neue Landkreis seine heutige Bezeichnung „Landkreis Main-Spessart“. Am 1. Juli 1976 trat der Landkreis Main-Spessart die Gemeinde Wiesen an den Landkreis Aschaffenburg ab.
Das 40-jährige Jubiläum des Landkreises von 2012 war Anlass, noch einmal mit Beiträgen zur Geschichte und Geschichten auf vier Jahrzehnte Main-Spessart zurückzublicken und auf die vielen Facetten des Landkreises bis hin zu seiner Patenschaft mit dem Marinetanker „Spessart“ einzugehen.
Von 1988 bis 2008 gewann der Landkreis Main-Spessart knapp 7000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um rund 5 %. Allerdings ist die Einwohnerentwicklung bereits seit 2003 rückläufig. Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl des Landkreises von 122.714 auf 126.365 um 3.651 Einwohner bzw. verblieb ein Plus von 3 %.
Zahlenangaben vom 25. Mai 1987.