Landkreis Rottal-Inn: Geschichte
Das Kreisgebiet gehörte zum ehemaligen Viztumamt an der Rott, einer Verwaltungsorganisation der niederbayerischen Herzöge im 13. und 14. Jahrhundert, deren Sitz der Markt Pfarrkirchen war, seit 1507 dem Rentamt Landshut. Sie umfasste die 1260 erworbenen Besitzungen der Spanheimer. Das südliche Gebiet um die Burg Julbach und Simbach am Inn wurde dem oberbayerischen Rentamt Burghausen zugeordnet.
1803 wurden die Landgerichte Pfarrkirchen und Simbach sowie Eggenfelden errichtet. Sie gehörten zum Unterdonaukreis, der 1838 in Niederbayern umbenannt wurde. Zwischen 1810 und 1816 war das Gericht Simbach mit Braunau vereinigt.
Im Jahr 1862 bildeten die Landgerichte Pfarrkirchen und Simbach das Bezirksamt Pfarrkirchen und die Landgerichte Eggenfelden und Arnstorf das Bezirksamt Eggenfelden, wobei das Landgericht Arnstorf aus Gemeinden der Landgerichte Eggenfelden, Landau an der Isar und Pfarrkirchen neu errichtet worden war.
Am 1. Januar 1939 wurde im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Eggenfelden und Pfarrkirchen.
Das Ende des Zweiten Weltkriegs verlief mit Ausnahmen vergleichsweise glimpflich. Am 1. Mai 1945 besetzte die 13. US-Panzerdivision (13th Armored Division, Black Cat Division), die in einem Eintagesmarsch von Plattling herkam, annähernd den gesamten Landkreis. Während die Besetzung in den allermeisten Orten, so auch in den Städten Eggenfelden und Pfarrkirchen, ohne Waffeneinsatz vonstattenging, kam es vor allem in Malgersdorf und auch Falkenberg zu stundenlangen Feuergefechten, bei denen auch schwere Waffen eingesetzt wurden. Es gab Tote und Verletzte, Häuser brannten, unter anderem wurden in beiden Orten die Kirchen stark beschädigt. Außerdem sprengte an diesem Tag die deutsche Wehrmacht die Straßen- und Eisenbahnbrücke über den Inn zwischen Simbach und Braunau, um die sowjetischen Verfolger zu bremsen. Ein besonderes Ereignis fand in Tann statt: Die vor der Roten Armee zusammen mit ihrem Stab geflohene ungarische Heeresleitung, bei der sich auch der Verteidigungsminister und der Ministerpräsident befanden, kapitulierte vor US-Generalmajor Millikin am Marktplatz. Die Gegend um Gangkofen und Massing wurde dann am 2. Mai besetzt. Bereits während des Krieges wurden von der Landbevölkerung Obdachlose aus den durch den Bombenkrieg zerstörten deutschen Großstädten aufgenommen. 1945 kamen viele weitere Heimatvertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und Sudetendeutsche hinzu. Viele von ihnen blieben hier, integrierten sich und trugen im erheblichen Maß zum Wiederaufbau und Aufschwung in der Nachkriegszeit bei.
1946 wurde eine erste provisorische Landkreisordnung durch die amerikanische Militärregierung in Kraft gesetzt. Darauf basierend wurde 1952 der Landrat erstmals frei von der Bevölkerung gewählt.
Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 aus dem Landkreis Pfarrkirchen und dem Landkreis Eggenfelden (mit Ausnahme von fünf Gemeinden) sowie je zwei Gemeinden der ehemaligen Landkreise Griesbach und Vilsbiburg ein neuer Landkreis gebildet, der zunächst die Bezeichnung Landkreis Rottal erhielt. Sitz der Kreisverwaltung wurde Pfarrkirchen. Am 1. Mai 1973 wurde er in „Landkreis Rottal-Inn“ umbenannt. …