Heimatgeschichte · Ilm-Kreis ·

Ilm-Kreis: Geschichte

Ilm-Kreis: Geschichte

=== Siedlungsgeschichte ===
Als im 8. Jahrhundert in der Gegend die urkundliche Überlieferung von Orten einsetzte, bestanden nördlich einer Linie von Bittstädt im Westen bis Dienstedt im Osten bereits rund 20 Dörfer. Die früheste Erwähnung eines Ortes außerhalb der römischen Siedlungsgebiete in Deutschland stellt Arnstadt im Jahr 704 dar (in der sogenannten Hedenschen Schenkung). Die nächste Gründungswelle setzte im Zuge des mittelalterlichen Landesausbaus im 12. Jahrhundert ein und dauerte bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts. In dieser Zeit entstanden etwa 50 Orte im Ilm-Kreis, die im Wesentlichen in der Hügellandschaft am Nordrand des Thüringer Waldes in der Mitte des Kreises zwischen 250 und 500 Metern Höhe liegen. Zu dieser Zeit (1273) wurde auch die Stadt Ilmenau erstmals erwähnt. Die höchsten Gebiete (über 500 Höhenmeter) im Süden blieben jedoch noch unbesiedelt. Vereinzelte Ortsgründungen setzten hier erst ab dem 15. Jahrhundert ein, wobei dieser Raum aufgrund topografischer und klimatischer Verhältnisse bis heute nicht flächendeckend besiedelt wurde.
Im 13. und 14. Jahrhundert kamen auch die vier alten Städte im Kreis zu ihren Rechten. Arnstadt wurde 1266 Stadt und entwickelte sich schnell zum Zentrum der Region und einer blühenden Handels- und Handwerksstadt mit etwa 4000 Einwohnern. Stadtilm wurde 1268 zur Stadt erhoben und entwickelte sich zum regionalen Zentrum zwischen Arnstadt und Saalfeld mit etwa 2000 Einwohnern. Im Jahr 1341 wurde Ilmenau zur Stadt. Es entwickelte sich zunächst nur langsam, hatte aber teils die Prägung einer Bergstadt und etwa 1000 Einwohner. Als letzte der alten Städte erlangte Plaue 1345 die Stadtrechte. Es konnte sich aber nie zu einer vollen Stadt im sozialgeografischen Sinn entwickeln, weil die Einwohnerzahl im Mittelalter und der frühen Neuzeit die 500er-Marke nicht überschritt.
Weitere Orte mit einer übergeordneten Funktion, die zwischen vollen Städten und einfachen Dörfern standen, waren etwa Ichtershausen im Norden, Gräfenroda im Westen, Schmiedefeld am Rennsteig im Süden sowie Langewiesen, Gehren und Großbreitenbach im Südosten des Ilm-Kreises. 1855 wurden die letzten drei ebenfalls zu Städten erhoben, während Ichtershausen bis in diese Zeit als Marktflecken bezeichnet wurde. Auch die Klöster und einige der zahlreichen Burgen in der Region übten bis zum Beginn der Neuzeit, teilweise als Amtssitze auch bis ins 19. Jahrhundert, gewisse zentralörtliche Funktionen für ihr Umland aus.

Die bedeutendsten Landesherren im Gebiet waren die Grafen von Schwarzburg bzw. deren Vorgänger, die Käfernburger. Daneben traten im Hochmittelalter Akteure wie die Grafen von Henneberg und von Gleichen, die jedoch im Spätmittelalter an Macht verloren. An ihre Stelle traten die ernestinischen Wettiner, die ihre Macht nach und nach ausdehnen konnten und in der frühen Neuzeit der zweite bedeutende Landesherr neben den Schwarzburgern waren. Schließlich erhielten die Preußen nach dem Wiener Kongress einige Orte im Kreis, die vorher zu Erfurt und damit zu Kurmainz (im Norden) oder zu den albertinischen Wettinern Kursachsens (im Süden) gehörten.
Zwischen 1826 und 1918 gehörten die Orte des Ilm-Kreises zu folgenden Staaten (geteilte Orte sind mit einem X gekennzeichnet): …

von Fremdinhalte · Regionauts

Quelle: Text: Wikipedia – „Ilm-Kreis“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0 · Foto: Störfix, CC BY-SA 3.0 de – Wikimedia Commons