Salzgitter: Geschichte
=== Vorgeschichte bis 1829 ===
Erste Belege für die Anwesenheit des Menschen im Gebiet von Salzgitter ergeben sich durch den archäologischen Fundplatz Salzgitter-Lebenstedt, an dem 1952 Knochenstücke von Mammuts, Rentieren und Neandertalern ausgegraben wurden. Die in der Region lagernden riesigen Eisenerzvorkommen waren schon um Christi Geburt bekannt. In Rennöfen wurde das Erz von Germanen verhüttet.
Während der Sachsenkriege Karls des Großen (von 772 bis 804) wurde das sächsische Volk gewaltsam unterworfen, christianisiert und in das Fränkische Reich eingegliedert. Um 1150 erbaute Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern, auf dem Lichtenberg eine Burg zum Schutz der Handelsstraße nach Braunschweig. 1154 wurde die Burg Gebhardshagen als „hus to dem Haghen“ erstmals urkundlich erwähnt. Kaiser Friedrich Barbarossa eroberte im Jahr 1180 nach der Ächtung Heinrichs des Löwen die Burg Lichtenberg. Um die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert verfasste Gerhard von Steterburg, Propst des Kanonissenstifts Steterburg, die Steterburger Annalen (Annales Stederburgenses), eine Chronik des Stifts von der Gründung im Jahre 1000 bis zum Tod Heinrichs des Löwen im Jahr 1195. In der Folge bildeten sich ab 1235 im nördlichen Harzvorland das Hochstift Hildesheim und das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg.
Zu Anfang des 14. Jahrhunderts entstand der heutige Stadtteil Salzgitter-Bad um Solequellen an der Grenze der Gemarkungen der Dörfer Vepstedt (später aufgegangen), Gitter und Kniestedt. Den Namen Salzgitter erhielt die Siedlung vom benachbarten Dorf und heutigen Stadtteil Gitter (erste Nennung 1347 als „up dem solte to Gytere“). Nach 200 Jahren der Salzgewinnung in der Saline Salzliebenhalle erhielten die Bauern auf dem Gebiet des heutigen Salzgitter-Bad um 1350 das Stadtrecht, doch verlor die Stadt diese Rechte beim Übergang vom Hochstift Hildesheim an das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel Anfang des 16. Jahrhunderts. Nach 1643 gehörte das damalige Salzgitter(-Bad) wieder zum Hochstift Hildesheim. Bei dessen Übergang an Preußen 1803 (Reichsdeputationshauptschluss) wurden die Stadtrechte wieder bestätigt, doch bereits 1815, als die Stadt dem Königreich Hannover einverleibt wurde, erneut aberkannt.
Die Salzgitterschen Musikanten (die Klesmer) gingen von 1815 bis 1906 in die Welt. Durch das Erliegen des Spinnens und Webens im gesamten Südhannover waren die Häuslinge und Handwerker dieses Gebietes in Not geraten. Sie wandten sich der Musik zu und eroberten mit ihr die europäischen Staaten, Nord- und Südamerika und Australien. Mit den „Salzgitterschen“ Musikanten zogen Einwohner aus 86 südhannoverschen und braunschweigischen Städten und Dörfern in die Welt. …