Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim: Geschichte
Seit dem letzten Jahrhundert v. Chr. wurde die Gegend um Neustadt von germanischen Stämmen besiedelt. Fränkische Siedler, die um 625 aus dem Rheingau bzw. Wormsgau in den Aischgrund gekommen waren, errichteten im selben Jahrhundert unter dem Merowinger Dagobert II. den Ort Riedfeld, der später Königshof wurde und heute ein Ortsteil von Neustadt ist.
Die merowingischen Anführer der Siedler hatten bis ins 8. Jahrhundert Verbindungen zu ihrem Bischofssitz in Worms. Ein Zentrum dieser Besiedelung des Aischtals wurde der Königshof in Riedfeld. Im 12. und 13. Jahrhundert herrschten im Aischgrund die Burggrafen von Nürnberg und das Geschlecht der Hohenzollern. Zwischen 1520 und 1598 erfolgte die Reformation in der Region. Im Bundesständischen Krieg litten um 1553 vor allem Neustadt, Emskirchen, Birkenfeld, Schauerheim, Dottenheim und Altheim. Die Burg Hohenlandsberg wurde zur Ruine. Im Jahr 1562 war die Region von der Pest betroffen. Weitere Pestepidemien traten 1565 und 1609 sowie 1686/1687 auf. Die ab dem 16. Jahrhundert entstandenen Gestüte, etwa in Rößleinsdorf, Birkenfeld, Neustadt und Ipsheim, dienten bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts vor allem der Versorgung des markgräflichen Hofes und des Amtsdienstes mit Reit- und Zugpferden. Unter dem Dreißigjährigen Krieg litten viele Orte der Region vor allem ab Oktober 1621 durch marodierende Söldnerverbände. Am 20. Oktober 1631 besuchte Gustav Adolf von Schweden die Stadt und wohnte im Haus des Joh. Christ. Roth, bevor er in das von ihm einige Tage zuvor eroberte Würzburg zurückging.
Das Gebiet des heutigen Landkreises gehörte vor 1800 überwiegend zum Fürstentum Ansbach. 1810 kam das Gebiet zu Bayern. 1812 wurden die Landgerichte Neustadt, Markt Erlbach, Markt Bibart und Windsheim gebildet. Bereits 1808 wurde das Landgericht Uffenheim gebildet. Sie alle gehörten zum Rezatkreis, der 1838 in Mittelfranken umbenannt wurde. 1852 wurde das Landgericht Scheinfeld als Folge der Revolution 1848 aus den bisherigen adeligen Herrschaftsgerichten Schwarzenberg und Burghaslach gebildet. Die Landgerichte waren im Königreich Bayern Gerichts- und Verwaltungsbehörden, die 1862 in administrativer Hinsicht von den Bezirksämtern und 1879 in juristischer Hinsicht von den Amtsgerichten abgelöst wurden. …