Landkreis Dingolfing-Landau: Geschichte
=== Landgerichte ===
Das Gebiet des heutigen Landkreises Dingolfing-Landau gehörte schon früh zu Bayern. 1803 wurde im Kreisgebiet das Landgericht Landau an der Isar errichtet, das ab 1808 zum Unterdonaukreis gehörte. Aus Teilen seines Gebiets wurden 1838 die Landgerichte Dingolfing und Osterhofen errichtet. Alle Landgerichte gehörten dann zum Kreis Niederbayern.
Im Jahr 1862 entstanden im Zuge der Trennung von Justiz und Verwaltung auf unterer Ebene die Bezirksämter Dingolfing und Landau neben den bisherigen gleichnamigen Landgerichtsbezirken, wobei das Landgericht Dingolfing einige Gemeinden abgab, die fortan den Gerichtsbezirk Arnstorf bildeten, der dem Bezirksamt Eggenfelden zugeordnet wurde. Dabei ist zu beachten, dass „Bezirksamt“ in der bayerischen Verwaltungssprache dem heutigen Landratsamt entsprach, während „Kreis“ wie der heutige Regierungsbezirk die mittlere Verwaltungsebene war. Das Gebiet Osterhofen kam seinerzeit zum Bezirksamt Vilshofen.
Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Dingolfing und Landau a.d.Isar.
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 der neue Landkreis Untere Isar gebildet. Zu seinen Bestandteilen wurden
alle Gemeinden des aufgelösten Landkreises Dingolfing
alle Gemeinden des aufgelösten Landkreises Landau an der Isar mit Ausnahme von Lailling, das heute zur Gemeinde Otzing im Landkreis Deggendorf gehört
der Markt Simbach sowie die Gemeinden Langgraben, Pischelsdorf und Ruhstorf des aufgelösten Landkreises Eggenfelden
die Gemeinden Martinsbuch, Mühlhausen und Süßkofen des aufgelösten Landkreises Mallersdorf
die Gemeinden Frontenhausen und Rampoldstetten des aufgelösten Landkreises Vilsbiburg
Der neue Landkreis wurde am 1. Mai 1973 in Landkreis Dingolfing-Landau umbenannt. Diese Bezeichnung war bereits eingeführt und bekannt, da die nahezu flächengleiche Verwaltungseinheit der NSDAP diesen Namen bereits bis 1945 trug.
Am 1. Mai 1978 wechselte die Gemeinde Großenpinning aus dem Landkreis Dingolfing-Landau in den Landkreis Straubing-Bogen und wurde dort nach Oberschneiding eingemeindet.
Von 1988 bis 2008 wuchs der Landkreis Dingolfing-Landau um über 15.000 Einwohner bzw. um rund 20 %. Allerdings war die Tendenz nach 2004 nach einem vorläufigen Höchststand von rund 92.000 Einwohnern leicht rückläufig, bevor die Einwohnerzahl wieder anstieg.
Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs der Landkreis von 76096 auf 96217 um 20121 Einwohner bzw. um 26,4 % – nach den Landkreisen Landshut und Kelheim der Landkreis mit dem drittstärksten prozentualen Wachstum im genannten Zeitraum in Niederbayern. In 7 der 15 Gemeinden stieg die Bevölkerung um mehr als 30 %.
Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987: