Heimatgeschichte · Friesland ·

Landkreis Friesland: Geschichte

Landkreis Friesland: Geschichte

Seit dem 19. Jahrhundert war das Gebiet des heutigen Landkreises in die beiden Ämter Jever und Varel sowie die amtsfreien Städte Jever und Varel gegliedert.
Im Rahmen der Oldenburgischen Verwaltungsreform wurde 1933 aus dem Amt und der Stadt Jever, der Stadt Varel und dem größten Teil des Amtes Varel das Amt Friesland gebildet. Damit waren (vgl. oben) die friesischen Teile des Landes Oldenburg zusammengefasst; aus dieser oldenburgischen Binnenperspektive erklärt sich der gewählte Name des Kreises, der den ansonsten viel weiter reichenden Begriff Friesland nicht sprachlich näher eingrenzt. Gleichzeitig wurden die meisten der alten Gemeinden der Ämter Jever und Varel zu neuen Gemeinden zusammengefasst. Am 1. Januar 1939 wurde das Amt Friesland in Landkreis Friesland umbenannt. Der Landkreis kam 1946 als Teil des Freistaates Oldenburg zum neu gegründeten Land Niedersachsen.
Die 1933 gebildeten Gemeinden wurden 1948 wieder in kleinere Gemeinden aufgeteilt.
Die Gebietsreform in Niedersachsen begann im Landkreis Friesland am 1. Januar 1971 mit dem Zusammenschluss der Gemeinden Hohenkirchen, Minsen und Tettens zur neuen Gemeinde Wangerland. Am 1. Juli 1972 wurde das Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Friesland-Wittmund wirksam:

Die Gemeinde Sengwarden schied aus dem Landkreis aus und wurde in die kreisfreie Stadt Wilhelmshaven eingegliedert.
Die ostfriesische Gemeinde Gödens aus dem Landkreis Wittmund wurde in die Gemeinde Sande eingegliedert.
Die Zahl der Gemeinden des Landkreises wurde auf acht verringert.
Die Änderungen der Gemeindegliederung bei den Gebietsreformen von 1948 und 1972 sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Durch die am 1. August 1977 in Kraft getretene niedersächsische Kreisreform wurde der Landkreis Friesland aufgelöst und die Gemeinden Bockhorn und Zetel sowie die Stadt Varel wurden in den Landkreis Ammerland umgegliedert. Die Stadt Jever und die Gemeinden Sande, Schortens, Wangerland und Wangerooge wurden mit dem ostfriesischen Landkreis Wittmund zu einem neuen Landkreis Friesland zusammengefasst, dessen Kreisstadt Wittmund wurde.
Aufgrund verschiedener Verfassungsklagen vor dem niedersächsischen Staatsgerichtshof in Bückeburg wurde die Kreisreform in Teilen als verfassungswidrig festgestellt und dem Niedersächsischen Landtag eine Überarbeitung des Gesetzes für den Raum Ammerland/Friesland nahegelegt. Zum 1. Januar 1980 wurde daher die Neugliederung des Raumes Friesland/Wittmund zurückgenommen und die Landkreise Ammerland, Friesland und Wittmund wurden in den Grenzen von 1977 wiederhergestellt. Kreisstadt ist seitdem wieder die Stadt Jever. Die ehemalige ostfriesische Gemeinde Gödens verblieb als Teil von Sande im Landkreis Friesland.
Ab Dezember 2012 entwickelte sich auf Anregung des Landrates des Landkreises Friesland, Sven Ambrosy, und des Oberbürgermeisters von Wilhelmshaven, Andreas Wagner, eine sehr kontrovers geführte Debatte um eine intensivere Kooperation zwischen beiden Kommunen. Hintergrund war unter anderem das Zukunftsprogramm des Landes Niedersachsen, das bei Gebietsreformen 75 Prozent der kurzfristigen Schulden der an der Fusion beteiligten Kommunen übernimmt. Im Falle von Wilhelmshaven/Friesland hätte die Entschuldungshilfe für Wilhelmshaven 35 Millionen Euro und für Friesland neun Millionen Euro betragen. …

von Fremdinhalte · Regionauts

Quelle: Text: Wikipedia – „Landkreis Friesland“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0 · Foto: Nyks, CC BY-SA 3.0 – Wikimedia Commons