Landkreis Dillingen an der Donau: Geschichte
=== Bis 1800 ===
Aus Wittislingen kommend, ließen sich die späteren Grafen von Dillingen im 10. Jahrhundert im Donautal nieder, wobei deren Burg zum Zentrum der heutigen Kreisstadt Dillingen an der Donau wurde.
Das Herzogtum Bayern erhielt die Grafschaft Dillingen nach dem Aussterben der Grafen von Dillingen. 1268 erwarb das Herzogtum durch das konradinische Erbe auch die Städte Gundelfingen an der Donau, Lauingen und Höchstädt an der Donau.
Aus diesen beiden Erwerbungen setzte sich das Landvogtamt und spätere Landgericht Höchstädt zusammen. Dies kann auch als Keimzelle des heutigen Landkreises Dillingen an der Donau aufgefasst werden.
Die Stadt Dillingen an der Donau selbst war 1258 als Schenkung an das Hochstift gefallen und wurde durch die Bischöfe von Augsburg spätestens ab dem 15. Jahrhundert zur Residenzstadt. Seit 1505 war der bayerische Teil des heutigen Landkreises Teil des Fürstentums Pfalz-Neuburg („Junge Pfalz“), dabei galt Lauingen als dessen zweite Residenz. Wertingen gelangte 1700 an das Kurfürstentum Bayern, das schließlich 1768 in Wertingen ein Landgericht errichtete.
Die Region der beiden Altlandkreise Wertingen und Dillingen an der Donau, die sich aus größeren und vielen kleineren geistlichen und weltlichen Gebieten zusammensetzten, wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts neu geordnet. Dabei wurden die einzelnen Herrschaften aufgehoben und dem Königreich Bayern zugeschlagen.
Das Landgericht Dillingen wurde 1804 eingerichtet. Zusammen mit dem 1803 errichteten Landgericht Höchstädt an der Donau kam es 1808 zum Oberdonaukreis. 1809 entstand das Landgericht Lauingen. Diese drei Landgerichte wurden 1838 dem neu gebildeten Regierungsbezirk Schwaben zugeteilt.
Im Jahr 1862 wurden in Bayern Justiz und Verwaltung getrennt. Das neu geschaffene Bezirksamt Dillingen war für die Verwaltung sämtlicher Gemeinden der drei Landgerichte zuständig. Hinzu kamen die meisten Gemeinden des 1862 aufgelösten Landgerichtes Bissingen.
Am 1. Oktober 1865 wechselten die Gemeinden Baiershofen und Hennhofen aus dem Bezirksamt Dillingen in das Bezirksamt Zusmarshausen.
Am 1. Januar 1878 schied die Stadt Dillingen aus dem Bezirksamt Dillingen aus und wurde eine kreisunmittelbare Stadt.
Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter trat das Bezirksamt Dillingen am 1. Januar 1880 die Gemeinden Brachstadt und Oppertshofen an das Bezirksamt Donauwörth, die Gemeinden Rechbergreuthen und Winterbach an das Bezirksamt Günzburg sowie die Gemeinde Riedsend an das Bezirksamt Wertingen ab.
Das Bezirksamt Dillingen trat am 1. Juni 1927 die Gemeinde Gundremmingen an das Bezirksamt Günzburg ab.
1929 wurde das Bezirksamt Wertingen um einige Gemeinden des aufgelösten Bezirksamtes Zusmarshausen vergrößert.
Am 1. Januar 1939 wurde im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Dillingen an der Donau und Wertingen.
Die Stadt Dillingen an der Donau musste am 1. April 1940 ihre Kreisfreiheit aufgeben und wurde in den Landkreis Dillingen an der Donau eingegliedert, doch wurde dies zum 1. April 1949 wieder rückgängig gemacht. …