Landkreis Neustadt an der Waldnaab: Geschichte
Der archäologische Fundplatz „Mirga“, oder auch „Miga, Miega, Mocka, Mokka“ genannt, war eine erstmals im Salbuch des Herzogtums Bayern im Jahr 1280 urkundlich erwähnte, slawische Siedlung im heutigen Landkreis. Die Siedlung soll sich auf dem Höhenrücken zwischen Burkhardsreuth, Pichlberg und Barbaraberg befunden haben.
Das Gebiet des Landkreises gehörte ehemals zum Nordgau, der späteren Oberpfalz und war seit 1628 Teil des Kurfürstentums Bayern. Es war von zahlreichen Umstrukturierungen und politischen Veränderungen betroffen. Ab 1803, in der napoleonischen Zeit, wurden die Landgerichte Eschenbach in der Oberpfalz, Kemnath und Vohenstrauß eingerichtet. Das Landgericht Neustadt an der Waldnaab entstand nach dem Kauf der Gefürsteten Grafschaft Störnstein vom Adelsgeschlecht der Lobkowitz 1807. Alle Landgerichte gehörten zum Naabkreis, ab 1810 zum Mainkreis (umbenannt ab 1817 in Obermainkreis). Nur Vohenstrauß kam zum Regenkreis. Bei der von König Ludwig I. veranlassten Gebietsreform vom 29. November 1837 kamen alle diese Landgerichte zum Kreis Oberpfalz und Regensburg. Gleichzeitig wurde in Weiden in der Oberpfalz ein eigenes Landgericht gebildet. 1841 entstand das Landgericht Auerbach in der Oberpfalz durch Abtrennung vom Landgericht Eschenbach und 1849 das Landgericht Erbendorf aus Teilen der bisherigen Landgerichte Kemnath, Neustadt an der Waldnaab, Waldsassen und Tirschenreuth sowie Teilgebieten des Stiftlandes.
Das Bezirksamt Neustadt an der Waldnaab wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Neustadt an der Waldnaab und Weiden in der Oberpfalz gebildet. Ebenso wurden die Landgerichte Auerbach und Eschenbach zum Bezirksamt Eschenbach und die Landgerichte Erbendorf und Kemnath zum Bezirksamt Kemnath zusammengefasst, während das Bezirksamt Vohenstrauß dem Landgericht Vohenstrauß folgte.
Von 1883 bis 1898 war Sigmund Hieronymus Castner Bezirksamtmann im Bezirksamt Neustadt an der Waldnaab.
Am 1. Januar 1919, nach dem Ersten Weltkrieg (1914–1918), schied die Stadt Weiden in der Oberpfalz aus dem Bezirksamt Neustadt an der Waldnaab aus und wurde eine kreisunmittelbare Stadt. Am 1. Januar 1931 wurden die Gemeinden Altenstadt b. Erbendorf, Bernstein, Burggrub, Erbendorf, Grötschenreuth, Hauxdorf, Krummennaab, Naabdemenreuth, Neuenreuth, Pfaben, Reuth bei Erbendorf, Röthenbach, Siegritz, Thumsenreuth, Trautenberg, Wetzldorf und Wildenreuth aus dem Bezirksamt Kemnath dem Bezirksamt Neustadt zugeteilt, nachdem sie bereits seit der Auflösung des Amtsgerichts Erbendorf im Jahre 1929 zum Gerichtsbezirk Neustadt gehört hatten.
Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Aus den Bezirksämtern wurden die Landkreise Eschenbach in der Oberpfalz, Kemnath, Neustadt an der Waldnaab und Vohenstrauß. Durch Auflösung einiger Gemeinden zur Vergrößerung des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr verringerte sich die Anzahl der Gemeinden.
Im Jahr 1946 wurde der Landkreis um die Gemeinde Schadenreuth des Landkreises Kemnath vergrößert, die nach Erbendorf eingemeindet wurde.
Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde der Landkreis am 1. Juli 1972 neu abgegrenzt: …