Landkreis Hof: Geschichte
Das Gebiet des Landkreises Hof gehörte bis zum 16. Jahrhundert überwiegend zum Markgraftum Brandenburg-Bayreuth. Nachdem Markgraf Karl Alexander von Brandenburg-Ansbach 1792 seine beiden fränkischen Fürstentümer Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Bayreuth für 300.000 Gulden Jahresrente an Friedrich Wilhelm II. von Preußen veräußert hatte, stellte dieser das Hofer Gebiet unter die Verwaltung von Karl August von Hardenberg. Dieser führte die sogenannte Hardenbergsche Organisation ein.
Ab dem 9. Oktober 1806 stand das Fürstentum Bayreuth unter französischer Militärverwaltung. Das Königreich Preußen wurde im Frieden von Tilsit zum endgültigen Verzicht auf seine fränkischen Fürstentümer gezwungen. Am 28. Februar 1810 wurde die ehemals preußische Provinz Bayreuth durch einen Staatsvertrag zwischen Frankreich und dem Königreich Bayern politisch, wirtschaftlich und finanziell zum 1. Juli 1810 in Bayern eingegliedert. 1812 wurden das Landgericht Hof gebildet. Die Stadt Hof wurde kreisunmittelbare Stadt. Die Verwaltungs- und Gerichtsbezirke gehörten zum Mainkreis, der ab 1817 als Obermainkreis und ab 1838 als Oberfranken bezeichnet wurde. 1852 wurde die Distriktsgemeinde Hof gebildet.
Das Bezirksamt Hof folgte im Jahr 1862 dem flächengleichen Landgericht Hof. Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter erhielt das Bezirksamt Hof am 1. Januar 1880 die Gemeinden Autengrün, Fattigau, Förbau, Oberkotzau und Schwarzenbach an der Saale des Bezirksamts Rehau. Am 1. Januar 1906 wurden die Gemeinden Hofeck und Moschendorf des Bezirksamts in die Stadt Hof eingegliedert.
Am 1. Januar 1939 wurde im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt Hof der Landkreis Hof. Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde der Landkreis Hof am 1. Juli 1972 um den Landkreis Naila, den Landkreis Münchberg ohne Stadt Gefrees und Gemeinde Streitau, den nördlichen Teil des Landkreises Rehau sowie die der Gemeinde Geroldsgrün angegliederte Gemeinde Dürrenwaid aus dem Landkreis Kronach vergrößert. Die Gemeinde Unterkotzau wurde in die Stadt Hof eingegliedert.
Am 1. Januar 1977 wurde die Gemeinde Leimitz in die Stadt Hof eingegliedert. Gleichzeitig kamen die Gemeinden Gösmes und Enchenreuth aus dem Landkreis Kulmbach zum Landkreis Hof. Sie wurden in die Stadt Helmbrechts eingegliedert. Der Landkreis Hof gab am 1. Mai 1978 die Gemeinden Haidt und Wölbattendorf, wie bereits 1972 die Gemeindeteile Eppenreuth, Lausenhof, Pirk und Stein der aufgelösten Gemeinde Martinsreuth, an die Stadt Hof ab.
Vor der Gebietsreform hatte der damalige kleinere Landkreis Hof 40 Gemeinden. Die Gemeinden, die heute noch eigenständig sind, sind fett hervorgehoben:
Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987:
Von den 27 Gemeinden hatten 2018 lediglich sechs Gemeinden (alle im Nahbereich von Hof) mehr Einwohner als 30 Jahre zuvor.
Anlässlich des 50. Geburtstages zum 1. Juli 2022 hat der Landkreis Hof zusammen mit Reinhard Feldrapp ein Buch erarbeitet. Das Buch hat den Titel „1972-2022 - 50 Jahre Landkreis Hof“.