Worms: Sehenswürdigkeiten
Worms besitzt auch heute noch nach Köln die größte Anzahl romanischer Kirchen in Deutschland. Trotzdem ist noch nicht einmal die Hälfte der mittelalterlichen Kirchenbauten erhalten geblieben. Insbesondere durch die systematische Sprengung der Stadt 1689 existieren heute wichtige Gebäude aus der Zeit Martin Luthers nicht mehr. Die Bombardierungen von 1945 haben weitere große Lücken in die historische Bausubstanz gerissen.
Worms besitzt heute noch sechs mittelalterliche Kirchen. Ursprünglich betrug die Zahl der Kirchen und Kapellen aber mehrere Dutzend. Charakteristisch für Worms war die Existenz von jeweils einer Stifts- und einer Pfarrkirche direkt nebeneinander. Während die Stiftskirche nahezu ausschließlich den Belangen des jeweiligen Stiftskapitels diente, stand für die Gemeinde ein separater Kirchbau zur Verfügung. Von diesen Doppelanlagen ist heute nur noch eine einzige erhalten. Ursprünglich befand sich unmittelbar südlich des Doms die achteckige Johanniskirche, die zugleich Pfarr- und Taufkirche der Domgemeinde war. Auf der Nordseite der Stiftskirche St. Paulus befand sich die zugehörige Pfarrkirche St. Rupertus und auf dem heutigen Ludwigsplatz lag die zum Martinsstift gehörende Pfarrkirche St. Lampertus. Südlich der Liebfrauenkirche befand sich die kleine Amanduskirche, deren letzte Reste erst in den 1950er Jahren beseitigt wurden. Heute noch als evangelische Kirche erhalten ist St. Magnus, die dem benachbarten Andreasstift als Pfarrkirche beigeordnet wurde, als Bischof Burchard dieses in den Schutz der Stadtmauern verlegte. Alle diese Pfarrkirchen waren bzw. sind deutlich kleiner als die jeweiligen Stiftskirchen. Sie gingen großteils schon in der frühen Neuzeit zugrunde, einzig die architektonisch höchst reizvolle Johanniskirche wurde erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgerissen. …