Landkreis Coburg: Geschichte
=== Bis 1919 ===
Erstmals urkundlich erwähnt wurden Coburg und Saalfeld 1012 als Mitgift für Pfalzgraf Ehrenfried (Ezzo) von Lothringen, von dessen Tochter Richeza die Grundherrschaft 1056 an Erzbischof Anno II. von Köln überging.
In den folgenden 300 Jahren traten Andechs-Meranien, Wildberg und Henneberg sowie die Klöster Fulda, Hersfeld, Banz, Langheim, Mönchröden, Veilsdorf und Sonnefeld als Besitz- und Herrschaftsträger auf, bis 1353 Markgraf Friedrich III. der Strenge in der zuvor durch die Grafen von Henneberg vereinten Pflege Coburg (Haus Wettin) das Erbe antrat. In der Folge gehörte die Region zum Kurfürstentum Sachsen, nach 1547 zu den Sächsischen Herzogtümern und von 1826 bis zum Ende der Monarchie (1918) zum Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha.
1858 führte das Herzogtum Sachsen-Coburg eine Trennung von Verwaltung und Justiz ein. So wurde das Landratsamt Coburg aus den Bezirken der 1802 bzw. 1807 gebildeten Justizämter Coburg II (Landbezirk), Neustadt und Rodach sowie dem 1826 hinzugekommenen Amt Sonnefeld eingerichtet. Das Justizamt Coburg I umfasste die Stadt Coburg. 1877 wurde auch der Amtsbezirk Königsberg dem Landratsamt Coburg zugeteilt. Die bisherigen Justizämter wurden dann als Amtsgerichte bezeichnet, wobei die Justizämter Coburg I und Coburg II zum Amtsgericht Coburg vereinigt wurden. Die Städte Coburg, Neustadt, Rodach und Königsberg unterstanden nicht dem Landratsamt Coburg. Sie hatten eine eigene magistrale Verfassung.
Nach einer Volksbefragung 1919 wurde der Freistaat Coburg (im Wesentlichen identisch mit der heutigen Stadt und dem Landkreis Coburg) am 1. Juli 1920 mit dem Freistaat Bayern vereinigt. Der Freistaat Bayern passte die Verwaltungsstruktur im ehemaligen Herzogtum Sachsen-Coburg seinem übrigen Staatsgebiet an. Aus dem Landratsamt Coburg wurde das Bezirksamt Coburg, das für die Amtsgerichtsbezirke Coburg, Neustadt bei Coburg, Rodach und Sonnefeld zuständig war. Die coburgischen Gemeinden Altershausen, Dörflis, Erlsdorf, Hellingen, Köslau, Kottenbrunn und Nassach, die mehrere Exklaven gebildet hatten, wurden dem Bezirksamt Hofheim in Unterfranken zugeteilt. Die Städte Coburg, Neustadt bei Coburg und Rodach wurden als kreisunmittelbare Städte in Oberfranken weitergeführt, während die Stadt Königsberg in das Bezirksamt Hofheim in Unterfranken eingegliedert wurde. 1921 wurden die Amtsgerichtsbezirke Coburg, Neustadt bei Coburg, Rodach, Sonnefeld und Königsberg zum Landgericht Coburg zusammengefasst, wobei 1925 bzw. 1929 die Amtsgerichte Königsberg und Sonnefeld aufgehoben wurden.
Am 1. Januar 1931 wurden die Gemeinden Altenhof mit den Orten Tambach und Hergramsdorf sowie Schorkendorf mit den Orten Eicha, Krebsmühle, Siebenwind und Ziegelhütte aus dem Bezirksamt Staffelstein übernommen.
Am 1. Juli 1934 wurde die Stadt Coburg um die Gemeinden Cortendorf, Ketschendorf, Neuses bei Coburg und Wüstenahorn des Bezirksamtes vergrößert. …