Landkreis Haßberge: Geschichte
=== Landgerichte ===
Das Gebiet des heutigen Landkreises Haßberge gehörte vor 1800 überwiegend zum Hochstift Würzburg. Auch das Hochstift Bamberg hatte im Süden Anteil. Die Stadt Königsberg war eine Exklave des Herzogtums Sachsen-Coburg. Daneben gab es zahlreiche Güter der Reichsritterschaft, die sich im Kanton Baunach organisierten. 1802 kam das Gebiet bis auf die sächsischen Exklaven zu Bayern. 1804 entstanden die Landgerichte Ebern, Gleusdorf (Sitz 1808 nach Baunach verlegt), Haßfurt und Hofheim, 1819 das Landgericht Eltmann. Alle Landgerichtsbezirke gehörten zunächst zum Untermainkreis (ab 1838 Unterfranken). 1806 kam das Gebiet des ehemaligen Hochstifts Würzburg zum Großherzogtum Würzburg. Dieser Staat war nach dem Preßburger Frieden geschaffen worden und fiel 1814 an Bayern zurück. 1840 wurde das Landgericht Gleusdorf nach seinem Sitz Baunach umbenannt.
Im Jahr 1862 wurde aus den Landgerichten Haßfurt und Eltmann das Bezirksamt Haßfurt und aus den Landgerichten Ebern und Baunach das Bezirksamt Ebern. Das Landgericht Hofheim wurde dem Landgericht Königshofen (heute Bad Königshofen im Grabfeld) zugeordnet. 1900 wurde Hofheim jedoch Sitz eines eigenen Bezirksamtes, dem 1920 nach der Angliederung des Freistaates Coburg an Bayern dessen Exklave Königsberg zugeteilt wurde.
Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Ebern, Haßfurt und Hofheim.
Im Rahmen der Gebietsreform wurde der Landkreis Haßfurt am 1. Juli 1972 mit Großteilen der Landkreise Ebern und Hofheim in Unterfranken zu einem neuen Landkreis zusammengelegt. Vom aufgelösten Landkreis Gerolzhofen kamen die Gemeinden Geusfeld und Wustviel (heute Gemeindeteile von Rauhenebrach) und Wohnau (Knetzgau) hinzu sowie vom Landkreis Bamberg die Gemeinde Koppenwind (inzwischen Teil von Rauhenebrach).
Dieser neu gebildete Landkreis trug zunächst den Namen Haßberg-Kreis und wurde am 1. Mai 1973 in Landkreis Haßberge umbenannt.
Von 1988 bis 2008 wuchs der Landkreis Haßberge um über 5000 Einwohner bzw. um rund 7 %. Seit 2001 ist die Tendenz nach einem Höchststand von rd. 88.500 Einwohnern rückläufig.
Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl des Landkreises von 80.595 auf 84.599 um 4.004 Einwohner bzw. verblieb ein Plus von 5 %. 11 der 25 Gemeinden hatten 2018 weniger Einwohner als 1988. Während der Raum Haßfurt deutlich zulegen konnte, sind vor allem Gemeinden im nördlichen Landkreis vom Bevölkerungsrückgang betroffen.
Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.