Bamberg: Geschichte
Die ältesten Relikte der Bamberger Vorgeschichte sind vermutlich die im 19. Jahrhundert gefundenen Bamberger Götzen, drei Skulpturen aus Keupersandstein mit einer Größe zwischen 1 und 1,70 m, die heute im Historischen Museum Bamberg ausgestellt sind. Das genaue Alter ist umstritten und liegt wohl zwischen Jungsteinzeit und dem ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung. Die archäologische Sammlung des Historischen Vereins Bamberg, die über 7000 Objekte umfasst, beinhaltet auch einen 4500 Jahre alten Dolch aus der Bronzezeit, welcher „Handelsbeziehungen bis nach Kleinasien bereits in vorgeschichtlicher Zeit“ beweist.
Laut archäologischen Untersuchungen war der Bamberger Domberg bereits im 6. Jahrhundert besiedelt. In der Vita der heiligen Bilihild wurde Bamberg „um 718“ als Babenberg erwähnt. Diese Vita ist jedoch nur in einem Druck aus dem 18. Jahrhundert überliefert und die Überlieferungsgeschichte ist ungeklärt, sodass es fraglich ist, ob man diese Notiz als „Ersterwähnung“ werten kann. Im Jahre 902 wurde zum ersten Mal ein „Castrum Babenberch“ auf dem heutigen Domberg genannt. Es gehörte dem ostfränkischen Geschlecht der älteren Babenberger, die das Lehen 903 in einer blutigen Fehde mit den rheinfränkischen Konradinern verloren. Bei der sogenannten Babenberger Fehde starben drei babenbergische Brüder. Die Besitzungen fielen an den König und blieben bis 973 Königsgut. Kaiser Otto II. schenkte das Castrum seinem Vetter, dem Herzog von Bayern, Heinrich dem Zänker.
Im Mai 1007 erfolgte die Gründung des Bistums
durch König Heinrich II., den Sohn Heinrichs des Zänkers. Hierzu übertrug Heinrich II. der ansässigen Kirche die Lehensrechte über weitreichende Güter, darunter auch Besitzungen in Bayern, Schwaben und Kärnten. Im gleichen Jahr ließ er den ersten Dom errichten, der in der Folge zweimal abbrannte und durch den heutigen, aus dem 13. Jahrhundert stammenden Bau ersetzt wurde.
Heinrich III. ernannte 1040 Suidger, Graf von Morsleben und Hornburg, zum Bischof von Bamberg. Sechs Jahre später wurde dieser als Clemens II. Papst, blieb jedoch gleichzeitig Bischof von Bamberg, was in der damaligen Zeit als unüblich galt. Zur Verteidigung seines doppelten Amts von Papst und Bischof von Bamberg schrieb Clemens II. in einem Diktat auf seinem Sterbebett:
Nach seinem Tod wurde Clemens II. im Bamberger Dom beerdigt. Sein Grab gilt als das einzige erhaltene Papstgrab nördlich der Alpen und kann im Dom besichtigt werden.
Mitte des 11. Jahrhunderts waren die Besitztümer des Bistums noch bruchstückhaft aus verschiedenen umliegenden Grafschaften zusammengesetzt. Eine erste Konsolidierung der Besitzung erfolgte unter der Regentschaft Heinrichs IV. (reg. 1056–1106), welcher der Bamberger Kirche neben den vollständigen Grafschaftsrechten über Radenz-, Saale-, Grabfeld- und Volkfeldgau auch Königsgüter im Nordgau übertrug.
Bischof Otto der Heilige konnte Anfang des 12. Jahrhunderts die Territorien weiter vergrößern und erwarb Pottenstein und Gößweinstein. 1208 wurde König Philipp von Schwaben in Bamberg durch Otto VIII. von Wittelsbach ermordet. …