Aschaffenburg: Geschichte
=== Ortsname ===
Der ursprüngliche Name Ascafaburc setzt sich aus den Wörtern ascafa, das den Fluss Aschaff beschreibt (siehe dazu Name der Aschaff) und dem althochdeutschen burch, für Burg, zusammen.
Frühere Schreibweisen der Stadt aus diversen historischen Karten und Urkunden waren:
Bereits für die Frühlatènezeit (4. Jahrhundert v. Chr.) lassen sich Siedlungsaktivitäten im Bereich der heutigen Aschaffenburger Altstadt nachweisen. Vorläuferin der heutigen Stadt war eine spätantike Höhensiedlung auf dem Stadtberg. Diese war vom späten 4. bis ins späte 5. Jahrhundert n. Chr. besiedelt. Aus Grabungen stammen unter anderem eine Tierkopffibel, keltische Keramik sowie ein goldener Fingerring. Diese werden in der Forschung als Hinweise auf einen eisenzeitlichen Zentralort am Mainübergang gewertet.
In rund acht Metern Tiefe wurden 2026 im Zuge von Bauarbeiten für ein Regenüberlaufbecken archäologische Strukturen am Mainufer entdeckt. Die freigelegte Anlage besteht aus massiven, horizontal verbauten Eichenbalken, die in Richtung Main mit einer sorgfältig errichteten Trockensteinmauer abschließen und sich über mehrere Dutzend Meter entlang des Ufers erstrecken. Mittels dendrochronologischer Untersuchungen der Eichenhölzer wurde die Konstruktion in das 4. Jahrhundert v. Chr. datiert. Damit zählt sie zu den wenigen großformatigen, sicher datierten eisenzeitlichen Uferbauwerken in Mitteleuropa.
Nach Aufgabe der Höhensiedlung kam es zunächst zu einer Siedlungslücke. In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts setzte erneut Siedlungstätigkeit ein.
Um 957 gründeten Herzog Liudolf von Schwaben und seine Frau Ida das Kollegiatstift St. Peter und Alexander. Als kirchliche Institution, wenn auch noch nicht in Form eines Kollegiatstifts, existierte die Klerikergemeinschaft bereits weit früher. 982 gingen Stadt und Stift Aschaffenburg als Schenkung von Herzog Otto (mit Zustimmung Kaiser Ottos II.) an das Erzstift Mainz (Erzbischof Willigis) über.
Seit dem 10. Jahrhundert bis zum Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803 gehörte Aschaffenburg zum Mainzer Kurfürstentum und war damals die Zweitresidenz der Mainzer Erzbischöfe. Das vom Erzstift Mainz weltlich beherrschte Territorium war im gesamten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit sehr stark fragmentiert. Der größte zusammenhängende Teil („Oberes Erzstift“) befand sich um Aschaffenburg herum im Bereich des heute so genannten Bayerischen Untermain, zog sich aber auch bis nach Buchen, Walldürn und Tauberbischofsheim im heutigen Nordbaden. Deshalb war die Stadt ein bedeutender Verwaltungssitz und häufiger Aufenthaltsort der Erzbischöfe und Kurfürsten.
Vermutlich 869 gab es schon eine Kapelle, an der Stelle, wo heute die Stiftskirche St. Peter, später St. Peter und Alexander steht. Denn hier fand die Hochzeit zwischen König Ludwig III. und der sächsischen Grafentochter Liutgard statt. 989 ließ der Erzbischof von Mainz, Willigis, eine erste Holzbrücke über den Main bauen. Um 1122 befestigte der Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken die Siedlung bzw. erneuerte deren Befestigung. 1144 erhielt Aschaffenburg das Marktrecht und 1161 Stadtrechte. Noch vor 1346 entstand die Ummauerung der Vorstadt um die Agathakirche. Im selben Jahr bestätigte Erzbischof Heinrich III. von Virneburg die Privilegien der Stadt.
Aschaffenburg war Mitglied des Rheinischen Städtebundes von 1254/57 und von Anfang des 14. Jahrhunderts bis 1526 Mitglied des Neunstädtebundes im mainzischen Oberstift.
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