Heimatgeschichte · Kyffhäuserkreis ·

Kyffhäuserkreis: Geschichte

Kyffhäuserkreis: Geschichte

Der Landkreis entstand am 1. Juli 1994 durch Zusammenlegung der Kreise Artern und Sondershausen. Während der erst 1952 gegründete Kreis Artern zu Zeiten der DDR Teil des Bezirks Halle war, gehörte der Altkreis Sondershausen bereits 1946 zu Thüringen und nach der Auflösung der Länder zum Bezirk Erfurt. Den Namen verdankt dieser Kreis dem Kyffhäuser, auf dem sich das gleichnamige Kyffhäuserdenkmal von Kaiser Friedrich I. Barbarossa, die ehemalige Reichsburg Kyffhausen und der Fernsehturm Kulpenberg befinden.

Der Kreis Sondershausen ging aus Teilen der Grafschaft (1571–1697) bzw. Fürstentum (1697–1918) und dann dem Freistaat Schwarzburg-Sondershausen (1918–1920) hervor. Er entstand in seiner letzten Form während der DDR Kreisreform von 1952, wo er dem Bezirk Erfurt zugeordnet wurde.

Der Kreis Artern dagegen bildete sich überhaupt erst mit der großen DDR-Verwaltungsreform von 1952 und wurde dem Bezirk Halle zugeordnet. Er bestand aus verschiedenen ehemaligen Verwaltungseinheiten:

Teilen der Grafschaft bzw. Fürstentum bzw. Freistaat Schwarzburg-Rudolstadt, Unterherrschaft Frankenhausen, ab 1850 Landratsamt Frankenhausen, 1920–52 Teil des Landkreises Sondershausen
Teilen der Landkreise Sangerhausen, Querfurt und Eckartsberga der Preußischen Provinz Sachsen, welche vor dem Wiener Kongress dem Thüringer Kreis des Kurfürstentum ab 1806 Königreich Sachsen angehört hatten.

Am 6. Mai 1990 wurden im Kreis Artern die ersten freien Kreistagswahlen und gleichzeitig ein Volksentscheid zur Bundesländerzugehörigkeit, entweder Sachsen-Anhalt oder Thüringen, durchgeführt. Das Ergebnis war etwa 88 % für Thüringen, bei einer Wahlbeteiligung von 78 %. Hätte man den Volksentscheid nach der Kreistagswahl durchgeführt, wäre auch der Kreis Artern nach Sachsen-Anhalt gekommen, wie die restlichen benachbarten Thüringer Kreise des Bezirkes Halle (Sangerhausen, Nebra und Naumburg). Für diese waren ebenso ursprünglich Volksentscheide vorgesehen, welche aber zu spät reagierten. Volksentscheide wurden nach den Kreistagswahlen nicht mehr anerkannt, und deren möglichen Resultate flossen nicht mehr in das Ländereinführungsgesetz ein. Die Zeit war zu kurz, da die Länder schnellstens gebildet werden mussten, um die Wiedervereinigung durchführen zu können. Michail Gorbatschow hätte jeden Moment verdrängt werden oder sein Einverständnis rückgängig machen können.

Am 1. Juli 1994 wurden bei der Kreisreform die Kreise Artern und Sondershausen zum Kyffhäuserkreis vereinigt.

Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember

von Fremdinhalte · Regionauts

Quelle: Text: Wikipedia – „Kyffhäuserkreis“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0 · Foto: Gottfried Hoffmann -…, CC BY 3.0 – Wikimedia Commons