Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge: Geschichte
=== Landgerichte ===
Das Gebiet des heutigen Kreises gehörte seit dem 13. Jahrhundert überwiegend zum Fürstentum Bayreuth bzw. nach 1791 dessen Rechtsnachfolger, dem Königreich Preußen. Es war in die sechs Ämter Hohenberg, Kirchenlamitz, Selb, Thierstein, Weißenstadt und Wunsiedel gegliedert, weshalb es auch als Sechsämterland bezeichnet wird. 1810 kam das Gebiet durch Kauf von Frankreich an Bayern. 1812 wurden die Landgerichte Wunsiedel und Kirchenlamitz sowie Rehau und Selb errichtet. Die Stadt Marktredwitz – ursprünglich im Besitz der freien Reichsstadt Eger – kam 1816 ebenfalls zu Bayern und wurde dem Landgericht Wunsiedel zugeordnet. Wunsiedel und die Landgerichte Kirchenlamitz, Rehau und Selb gehörten alle zum Mainkreis, ab 1817 zum Obermainkreis. Der Obermainkreis wurde 1838 in Oberfranken umbenannt. 1859 entstand aus zwölf Gemeinden des Landgerichts Wunsiedel und vier Gemeinden des Landgerichts Selb das neue Landgericht Thiersheim.
Das Bezirksamt Wunsiedel wurde im Jahr 1862 durch Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Kirchenlamitz, Thiersheim und Wunsiedel neu gebildet. Ebenfalls zusammengefasst wurden die Landgerichte Rehau und Selb zum Bezirksamt Rehau. 1879 gab das Bezirksamt Rehau einige Gemeinden an das Bezirksamt Hof ab. 1919 schied die Stadt Selb aus dem Bezirksamt Rehau (am 1. Juli) wie auch die Stadt Marktredwitz aus dem Bezirksamt Wunsiedel (am 1. Dezember) aus, beide wurden kreisunmittelbare Städte.
Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Rehau und Wunsiedel.
Am 1. April 1939 wurde die Gemeinde Dörflas bei Marktredwitz an die Stadt Marktredwitz abgegeben.
Am 1. April 1940 wurden die Städte Selb und Marktredwitz in die Landkreise Rehau bzw. Wunsiedel eingegliedert, doch wurde dies am 1. April 1946 (Selb) und am 1. April 1948 (Marktredwitz) rückgängig gemacht.
Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1972 der Landkreis Wunsiedel, der südliche Teil des Landkreises Rehau sowie die bisher kreisfreien Städte Marktredwitz und Selb zu einem neuen Landkreis vereinigt, der zunächst Landkreis Wunsiedel hieß. Der neue Landkreis sollte eigentlich den Namen Landkreis Fichtelgebirge erhalten. Der Vorschlag stieß auf Widerspruch im Landkreis Bayreuth, der auch maßgeblichen Anteil am Fichtelgebirge hat. Am 1. Mai 1973 wurde dem Landkreis sein heutiger Name Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge verliehen. Die beiden Städte Marktredwitz und Selb erhielten nach dem Verlust der Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt.
Landrat Peter Berek forderte 2020, den Landkreis in Landkreis Fichtelgebirge umzubenennen.
Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 86.683 um 13.505 bzw. um 15,6 % auf 73.178 Einwohner. Kein anderer Landkreis in Bayern erlebte in dieser Zeit einen so starken Bevölkerungsrückgang.
Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987: