Heimatgeschichte · Sömmerda ·

Landkreis Sömmerda: Geschichte

1974 wurde bei Bilzingsleben, knapp an der Nordgrenze des Landkreises, ein Rastplatz von Urmenschen (Homo erectus bilzingslebenensis) gefunden, der zu den bedeutendsten Fundstätten Europas für die Zeit um 400000 v. Chr. zählt. Die Entdeckung und Ausgrabung des Leubinger Häuptlingsgrabes war Anlass, einen ganzen Kulturkreis als „Leubinger Kultur“ zu bezeichnen (1900–1600 v. Chr.). Vor rund 3000 Jahren begannen die Menschen auch im Gebiet des jetzigen Landkreises, beherrschende Geländeerhebungen zu Wallburgen auszubauen. Diese Anlagen hatten mitunter imposante Ausdehnungen und dienten dazu, in Zeiten der Gefahr viele Menschen, deren Habe und vor allem das Nutzvieh vor Feinden zu „bergen“, zu verbergen und zu schützen. Besonders bedeutend für die Region war die Monraburg bei Burgwenden. Vor etwa 2500 Jahren wanderten von Norden her Germanen ein. Das Gebiet des heutigen Landkreises Sömmerda wurde ein Teil des „Hermundurenlands“, so genannt nach dem Namen der germanischen Stammesgruppe, die im mitteldeutschen Raum dominant war und aus der sich unter Einbeziehung anderer germanischer Stämme (Angeln, Warnen) um 400 n. Chr. das Volk der Thüringer herausbildete. Das Gebiet zählte zum Kernland des Thüringer Königreiches. Mit der Zerschlagung dieses Reiches 531 n. Chr. herrschten die Beauftragten fränkischer Könige und Kaiser über das Gebiet, verwalteten es, errichteten Siedlungen und förderten den Landesausbau. Viele der heutigen Ortschaften im Landkreis wurden schon im 8. und 9. Jahrhundert urkundlich erfasst. In dieser frühmittelalterlichen Zeit kam es auch zu Einwanderungen slawischer Siedler in die Region: Thüringer, Franken und Slawen (Wenden) verschmolzen mehr und mehr miteinander, kultivierten die Landschaft und erweiterten ihren Siedlungsraum. Einhergehend mit der Eingliederung Thüringens in das Frankenreich vollzog sich seit dem 8. Jahrhundert die zunehmende Christianisierung Thüringens. Zu den mächtigsten Feudalherren des 9. Jahrhunderts gehörten die Landgrafen von Thüringen (Runneburg/Weißensee) sowie die Grafen von Beichlingen und Hohenstein. Letztere wurden Mitte des 14. Jahrhunderts durch die Grafen von Schwarzburg abgelöst. Aber auch die Stadt Erfurt respektive das Fürstentum Mainz verfügten seit 1418 über Territorialbesitz im Kreis. Durch den Ausbau der Landeshoheit kam es zur Entstehung der Städte – Ackerbürgerstädte, deren wirtschaftliches Leben besonders stark von der Landwirtschaft, dem Waidanbau („Göttergabe Thüringens“) geprägt war.
Nach dem Wiener Kongress wurde das Gebiet staatlich neu gegliedert, wobei der größte Teil 1815 an das Königreich Preußen gelangte. Der westliche Teil dieses preußischen Gebietes gehörte zum Kreis Weißensee und der östliche zum Kreis Eckartsberga. Nach der Abdankung der thüringischen Fürstenhäuser 1918 und der Bildung des Landes Thüringen wurden die bis dahin zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach gehörenden Gemeinden in den neu gebildeten Thüringer Landkreis Weimar eingegliedert. 1932 wurden die Landkreise Weißensee und Erfurt zu einem neuen Landkreis Weißensee zusammengeschlossen. 1945 erfolgte dessen Eingliederung in das Land Thüringen. 1950 wurde der Landkreis Weißensee aufgelöst und zu einem großen Teil Bestandteil des neu gebildeten Kreises Erfurt-Land; der sachsen-anhaltische Landkreis Eckartsberga wurde in Landkreis Kölleda umbenannt. …

von Fremdinhalte · Regionauts

Quelle: Text: Wikipedia – „Landkreis Sömmerda“, Autorinnen und Autoren (Versionsgeschichte), CC BY-SA 4.0